Bei „Welt+“ stellt Martin Niewendick die richtige Frage. Wo bleibt eigentlich der feministische #Aufschrei, was ist mit #metoo? Vergewaltigungen sind in Deutschland an der Tagesordnung. Zuletzt ist in Freiburg eine 18-Jährige von 15 Migranten über vier Stunden hinweg vergewaltigt worden.Von den Feministinnen hört man nichts dazu. Woher das mysteriöse Schweigen der Hühner?
Und was bedeutet das Schweigen der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V. ? Wo bleibt die digitale #mähtoo-Kampagne?
„Während Sexismus von Herkunftsdeutschen angeprangert wird, fehlen dem linksliberalen Milieu angesichts von Gewalt durch Migranten die Worte. Stattdessen schiebt man Kritikerinnen wie Alice Schwarzer in die rechte Ecke.„, schreibt Niewendick. Das ist eine sehr berechtigte Feststellung. Mit Verwunderung kann sie allerdings nur jemand treffen, dem bisher noch nicht klar gewesen ist, daß die linke Debatten-Unkultur im Hinblick auf die „Benachteiligten“ dieser Welt eine hierarchische Gliederung kennt, gegen welche jede militärische Rangordnung wie das Organigramm einer Armee der umfänglich Gleichberechtigten aussieht. Daß dem so ist, läßt sich an jedem Autobahnrastplatz feststellen. Immer wieder kann man dort Opa Heinz (80) dabei beobachten, wie er nach seiner Hüftoperation am Krückstock über den ganzen Parkplatz zum Eingang humpelt, während direkt vor dem Eingang die sportliche Janine (20) über die geschlossene Fahrertür jenes Cabriolets ins Freie hüpft, welches sie von ihrem Sugar-Daddy geschenkt bekommen hat, und das sie auf dem Frauenparkplatz abstellen darf. In der linken Opferhierarchie gilt: Die gesündeste Frau verdient mehr linke Empathie als der kränkste Mann.
Eine beliebte linke Moralfrage ist beispielsweise, ob ein blinder Burmese mit Fußpilz mehr wert ist, als ein gehörloser Madegasse mit Schnupfen – und welchem der beiden Unglücklichen daher zuvörerst ihre Empathie gehören soll. Opa Heinz müsste zu seinem Hüftleiden obendrauf mindestens noch ein von epileptischen Anfällen geplagter Transgendermensch mit Schuppenflechte sein, damit der Linke anfängt, darüber nachzudenken, ob die sportliche und frisch durchgepimperte Janine nicht auch woanders parken könnte.
„Eigentlich schlüge die Stunde der Linken„, schreibt Niewendick, und gibt dadurch zu erkennen, daß er von linker Opferhierarchie keine Ahnung hat. „Die Waffe der Kritik, die sich die Gemeinschaft der Antirassisten, Feministen, Religionskritiker und Streiter für die Rechte der Queer-Community in ungezählten Seminaren und Lesekreisen angeeignet hat, wartet auf ihren Einsatz – und staubt vor sich hin.“ Das heißt: Martin Niewendick hat noch nicht geschnallt, daß diese Waffe gar keine ist, sondern daß es sich um das linke Schminkköfferchen handelt, aus dem heraus sich Linke den Anstrich verpassen, von dem sie glauben, daß er ihnen persönlich am besten steht. Das phantastische linke Geschwätz beweist nicht, daß Linke beabsichtigen, die Welt zu verändern. Es beweist nur, daß sie den ersten Preis bei „Schöner Denken“ abräumen wollen. Schön denken können Linke, gar keine Frage. Unbewußt ist das auch Vielen klar. In den Straßenverkehrsabteilungen der Landratsämter auf jeden Fall. Würde man Linke dort ernstnehmen, hätte man ihnen schon längst die Führerscheine entzogen.
„Anlässe gäbe es genug. Die Gruppenvergewaltigung in Freiburg. Die Prügelattacke auf Kippa-Träger in Berlin. Angriffe auf Schwule und Lesben auf Straßen und Plätzen. Drohungen gegen Apostaten in Flüchtlingsheimen. Und in manchen Fällen: Offene Verherrlichung von Nationalsozialismus und Holocaust auf Demonstrationen für gerechten Frieden in Nahost. Doch die Waffe der Kritik bleibt im Schrank. Zumindest dann, wenn die Täter nicht deutscher Herkunft sind.“
Das ist zwar eine fast zutreffende Beobachtung, aber verwunderlich ist sie nicht. Fast zutreffend ist sie deswegen, weil Feministinnen bereits mehrfach Stellung bezogen haben zu dieser Beobachtung. Das ging ganz kurz. Solche Vergewaltigungen wie die in Freiburg, wurde dem Interessierten auf Nachfrage beschieden, sei kein Migrationsproblem, sondern ein generelles Männerproblem. Diese Gewißheit ist inzwischen auch tief in der deutschen Volksseele verankert, wie man an Opa Heinz (80) erkennen kann, wenn man genau hinschaut. Während die sportliche Janine, fit wie ein Turnschuh, über die geschlossene Tür ihres Cabriolets hüpft, senkt Opa Heinz schuldbewusst den Blick, um nicht den Eindruck zu erwecken, er könnte gerade davon geträumt haben, in seinem Alter noch einmal ein so appettitliches Mäuschen zu vergenußwursteln. In Deutschland landet Frauenfeindlichkeit vor Gericht, Männerfeindlichkeit jedoch auf einem Autoaufkleber. Wer es nicht glaubt, der klebe sich „Frauen sind Schweine“ auf den Kofferraumdeckel und probiere es nach seiner Haftentlassung mit „Männer sind Schweine“ noch einmal.
Diese Zustände, Martin Niewerdick, sind durchaus Frauen wie Alice Schwarzer zu verdanken. Daß sie jetzt in die „rechte Ecke“ gestellt wird, weil sie die Vergewaltigungswoge thematisiert, die aus Nordafrika und von anderswo nach Deutschland hereinschwappt, heißt nur, daß sich die bundesdeutschen Linken, nachdem das Thema „arme Frauen“ irgendwie abgenudelt und langweilig geworden ist, für die abgenudelten Frauen nicht länger mehr interessieren, sondern sich ein neues Ersatzproletariat herausgesucht haben. Beim neuen Ersatzproletariat handelt es sich um die armen Menschen aus den armen Ländern dieser Welt, wo trotz aller Armut niemand linke Deutsche wählen würde, wenn er wüsste, was das für verlogene Arschlöcher sind. „Heute Deutschland und morgen die ganze Welt“, ist übrigens ein originär linker Spruch, auch wenn er zuerst von den Braunlinken zur Parole gemacht worden ist. Da muß man sich nicht wundern wie ein Martin Niewerdick. Was interessiert einen Linken das Schicksal deutscher Frauen, wenn ihm erst einmal die Macht zugewachsen ist, derentwegen ihn auch das Schicksal der ganzen Welt interessieren kann? Da sind vergewaltigte deutsche Frauen nur noch der unvermeidliche Kollateralschaden auf dem Weg zum globalen Paradies. Sollen sich eben nicht so haben. Jeder hat mal Pech im Leben.
„Stattdessen folgt die übliche Folklore. Politiker überbieten sich mit Warnungen, jetzt bloß nicht „den Rechten“ in die Hände zu spielen, als handele es sich um eine Partie Völkerball, bei der es nur darauf ankommt, wer am Ende die höhere Punktzahl hat. Demonstrationen und Kundgebungen gegen rechts schießen aus dem Boden. Vereinsvertreter treten vor die Kameras, um zu erklären, warum dieses und jenes nichts mit ihrem Verein zu tun hat. Hashtags entstehen. Live-Musik schallert von der Mainstage. Die Sonne scheint. Alles wird gut.“
Ja, das sind aber alles nur Symptome.
„Auch in Freiburg kamen die ersten Politikerreaktionen nicht ohne die Warnung vor einer Vereinnahmung der Taten durch Rechtsextremisten aus. Um die Opfer der Verbrechen geht es da längst nicht mehr. Nicht um Maria L. Nicht um Susanna F. Nicht um Adam A. Nicht um die 18-Jährige aus Freiburg, über die ihre Peiniger ein lebenslanges psychisches Martyrium verhängt haben. Den Opfern, so sie noch atmen, dürfte weniger nach dem von sich selbst ergriffenen Taumel sein, der einen Teil der Nation nach jedem neuen Verbrechen übermannt.“
Zutreffend erkannt. Was weiter, Martin Niewerdick?
„Und die Intentionen sind ehrbar, wer würde das bestreiten? Ein „Gutmensch“ ist zuallererst ein guter Mensch. Dagegen ist nichts einzuwenden.“
Das ist leider Bullshit. Ein Gutmensch ist das exakte Gegenteil eines guten Menschen. Ein Gutmensch ist ein gottverdammtes Arschloch, das totalitäre Methoden gutheißt, so lange diese zuverlässig verhindern, daß ihm Realisten den Aufenthalt in seinem Wolkenkuckucksheim ungemütlich machen.
„Nur reicht das für nichts. Getrieben von dem Wunsch, alles richtig und nichts falsch zu machen, macht er lieber einfach gar nichts.“
Na eben. Politische Masturbation nennt sich das. Völlig unfruchtbar.
„Natürlich müssen wir über Probleme reden“, heben jene, die substanzielle Kritik zu üben längst verlernt haben, an. Und „selbstverständlich gibt es …“. Das darauf folgende Aber leitet dann allerdings auch schon den letzten Satz des Gedankenganges ein.“
Das Wort „Gedanke“ ist im Zusammenhang mit Linken ein Euphemismus für „selbstgerechtes Gefühl“.
„Lieb gewonnener Antirassismus befördert Täterschutz.“
Etwas anderes hatte niemand erwartet, der sich mit den substantiellen Defiziten der hedonistischen deutschen Linken schon vorher beschäftigt hat.
„Mit dem gleichen Argument wären dann aber auch ihre biografiedeutschen Pendants freizusprechen. Denn, das hat uns die feministische Kritik ja mit auf den Weg gegeben, auch Deutschland ist ein patriarchal strukturiertes Land. Wieso die Sozialisation bei den einen strafmildernd wirkt, während sie bei den anderen keine Rolle spielt, bliebt das Geheimnis dieser Klientel.“
Nein, die bleibt das Geheimnis der Niewerdicks dieser Republik, die es massenhaft gibt, und die alles unternehmen würden, um weiterhin mit Vorliebe doofe Fragen aufzuwerfen, wo sie längst zur Selbsterkenntnis zwingende Antworten geben könnten.
„Wer sich aus der Deckung wagt, lebt gefährlich. Längst gilt die feministische Übermutter Alice Schwarzer vielen ihrer jungen Erbinnen als islamophobe Rassistin, weil sie es wagt, Kopftücher uncool zu finden und auf Emanzipationsdefizite in mehrheitsmuslimischen Gesellschaften hinzuweisen. Um sie zwar nicht mit der Waffe der Kritik, dafür mit der Waffe der Empirie auszuschalten, heftete sich sogar ein Datenanalyst ein halbes Jahr lang an ihre Fersen und beobachtete, wer Schwarzers Zeitschrift „Emma“ auf Twitter so alles folgt.“
Das läuft unter „Revolution frißt ihre Kinder“.
„Das Resultat ist vernichtend: „,Emma‘ benennt und skandalisiert die sexualisierte Gewalt der Männer überwiegend nordafrikanischer Herkunft in der Silvesternacht“, heißt es in der Analyse etwa. Damit appelliere sie an Vorurteile und Stereotype, die in der Gesellschaft ohnehin schon verbreitet seien. „Eine gefährliche Dynamik entsteht: Rechtsextreme und die AfD greifen den ursprünglich feministischen Diskurs über sexualisierte Gewalt auf und machen mit ihm gegen Einwanderung mobil. ( … ) Alice Schwarzer als Brandbeschleuniger einer Mobilmachung gegen Ausländer. Drunter macht man es nicht. ( … ) Schwarzers Schicksal, ausgerechnet von der linksliberalen Avantgarde in die rechte Schmuddelecke verbracht zu werden, ereilt selbst Migranten. Säkulare, liberale und ehemalige Muslime warnen schon lange vor den Gefahren, die einem angestrengten Weggucken in antirassistischer Mission innewohnen. Ein ungeheurer Affront für ein Milieu, das sich Migranten als Schützlinge hält und das recht ungemütlich werden kann, wenn diese die Rolle nicht klaglos annehmen. So landen kluge Mahnerinnen und Mahner wie Seyran Ates, Necla Kelek, Ahmad Mansour, Düzen Tekkal und Hamed Abdel-Samad im Giftschrank des politischen Diskurses. Auf die Störung der politischen Friedhofsruhe steht die Höchststrafe.“
Ja und, Niewerdick, welche Schlußfolgerungen sind daraus zu ziehen? Um jedes überflüssige Wort zu vermeiden, nehmen wir wieder ein Krankheitsbild: Die migrantischen Vergewaltiger sind nicht die Pest. Die sind bloß die sichtbaren Pestbeulen. Die eigentliche Pest ist die gutmenschliche Linke, deren Krankheit durch die Pestbeulen allmählich überdeutlich sichtbar wird. Deinereiner selbst, Niewerdick, ist Teil des Problems, weil du dich weigerst, die Realität anzuerkennen. Gutmenschen sind keineswegs zu allererst gute Menschen. Diese Gutmenschen sind vielmehr die grundverlogene Ursache des ganzen Übels.
@jouwatch



