Die Berliner Genossen sind etwas genervt von Sawsan Chebli. Die Frau gilt als extrem geschwätzig und twittert ohne Unterlaß. Es gibt praktisch nichts, zu dem sie einfach mal ihren Schnabel halten würde. Allerweil hat die rote Staatssekretärin schon wieder Ärger. Ein internes Rundschreiben im Roten Rathaus legt solches nahe, wie die B.Z. zu berichten weiß.
Im Hause des Regierenden Bürgermeisters sorgt ein internes Rundschreiben des Chefs der Senatskanzlei allerweil für Aufregung. In der Dienstanweisung heißt es, Mitarbeiter sollten sich in der Öffentlichkeit mit Äußerungen zurückhalten. Diese Anweisung existiere nur, um Chebli zu disziplinieren, munkeln Mitarbeiter im Haus. Der Tagesspiegel schrieb bereits von einer „Lex Chebli“. Das Papier lag der Zeitung offenbar vor. Christian Gaebler, Chef der Sensatskanzlei, habe in dem Rundschreiben darauf hingewiesen, daß bei ausdrücklich als persönliche Meinung erkennbaren Äußerungen außerhalb des Dienstes jeglicher Hinweis auf ein bestehendes Dienstverhältnis zur Senatskanzlei zu unterbleiben habe. Da jedoch nicht völlig zu verhindern sei, dass eine Beziehung zum Dienstverhältnis hergestellt wird, komme der Beachtung des Gebots der Mäßigung und Zurückhaltung eine besondere Bedeutung zu. so Gaebler. Dies gelte auch für den Umgang mit sozialen Medien. Die Rede ist von einer Dienstanweisung an alle, die aber lediglich auf Staatssekretärin Chebli gemünzt sei, weil die sich oft in den sozialen Medien äußere.
Sawsan Chebli hatte sich schon oft Ärger eingefangen wegen ihrer Tweets. Auch die Berliner Zeitung wie bereits darauf hin, dass es problematisch sei, sich erst angriffslustig zu äußern und später erst darauf zu verweisen, dass dies nicht mit dem Amt in Verbindung zu bringen sei. Der Hinweis „ich twittere hier privat“ ändere daran nichts. Sawsan Chebli sieht das, wie so oft, ganz anders als die Leute in ihrer Umgebung. Mehr dazu weiter unten.
Es sei alles nicht so wild, beschied nun die Senatskanzlei auf Nachfrage. Das Rundschreiben stamme ursprünglich aus dem Jahr 2003 und werde gelegentlich aktualisiert, respektive erneut versandt, so die Auskunft von Mathias Gille, einem Mitarbeiter in der Senatskanzlei. Es sei nicht unüblich, in entsprechenden Abständen ein Rundschreiben durchs Haus gehen zu lassen. Es kämen schließlich auch neue Mitarbeiter hinzu. Die Regeln seien zum Schutz der Kollegen gedacht.
Merkwürdige Beobachtungen
Ein seltsames Verhältnis zwischen Sawsan Chebli und ihrem Haus läßt sich aber schon seit einer ganzen Weile feststellen. Deshalb erscheint das Rundschreiben auch in einem etwas anderen Licht. Berichtet wird zum Beispiel von einem Telefonat mit der Senatskanzlei im Dezember. Anlass war der Jahrestag des Anschlags auf dem Breitscheidplatz. Der Anruf galt dem Terminplan. Dabei ging es um die Frage, wie das Gedenken ablaufen würde. Es galt zu klären, wann der Regierende Bürgermeister erscheint, wer außer ihm noch, und wie lange das Ganze dauern wird. Es ging um das Einsammeln von Planungsfakten, um sonst nichts. Dann aber drehte sich das Gespräch minutenlang ausschließlich um Staatssekretärin Chebli. Die hatte den Veranstaltungsplan vollkommen umgeworfen, wie es hieß. Und daß ihr Verhalten unmöglich gewesen sei. Sie habe bereits Redeverbot in der Öffentlichkeit, weil der Regierende sich vor ihr schützen müsse. Der Mitarbeiter am Telefon sagte, daß er es nicht nötig habe, sich „von der rumkommandieren“ zu lassen. Er sei schließlich nicht der „Bettvorleger von Frau Chebli“. Da der Betreffende um Verschwiegenheit bat, habe das Gespräch zunächst keine Erwähnung im Tagesspiegel gefunden.
Die Chebli-Show
Wenn es um Sawsan Chebli geht, die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, werde Seriosität immer öfter von Gefühlen überlagert, heißt es in der B.Z.. Von der Senatskanzlei sei weder zu „Gerüchten hinsichtlich des Umgangs mit Staatssekretärin Chebli“ noch zum Auftritt der Staatssekretärin eine Äußerung zu bekommen. Hinter vorgehaltener Hand reden Mitarbeiter der Senatskanzlei jedoch Klartext. Chebli sei eine schwierige Vorgesetzte, heißt es. Gesprächspartner beklagen, sie halte sich an keine Absprachen. Ständig müsse sie vor Dummheiten bewahrt werden. Dabei betreibe Chebli fortgesetzte Selbstdarstellung, obwohl sie fachlich schlecht vorbereitet sei.
Die Palästinenserin Chebli ist 40 Jahre alt und war Sprecherin des Auswärtigen Amts, ehe sie 2016 Staatssekretärin in Berlin wurde. Vergangenen Freitag twitterte sie: „Hallo, ich bin Sawsan Chebli. Sie kennen mich vielleicht von meinen #greatesthits. ’Klar twittere ich hier privat’, ’ich, #rolexgate und mir erzählt keiner, was Armut ist’, ’und natürlich dürfen Männer mir Komplimente machen.“ Die Anspielungen in ihrem Tweet verweisen auf frühere Beiträge, die große Debatten nach sich gezogen hatten. Hin und wieder bewegt sich Chebli auf sehr dünnem Eis. Zum Beispiel wenn sie sich zur Palästinafrage ausläßt.Erst vor wenigen Tagen twitterte sie: „Vor 77 Jahren treffen sich Nazis, um zu besprechen, wie man noch effizienter Juden töten kann. Erschreckend, dass heute eine Partei im Bundestag sitzt, die offen gegen Juden, Muslime und andere Minderheiten hetzt und Nazis in ihren Reihen duldet.“ Sawsan Chebli gilt schon länger nicht mehr als die Hellste, spätestens aber seit sie nach den angeblichen Ausschreitungen von Chemnitz „mehr Radikalität“ im Kampf gegen Rechts gefordert hatte, hat sie richtige Feinde. Georg Pazderski von der AfD nennt sie die „Quotenfrau der SPD„.
Chebli habe zu allem eine Meinung und vertrete diese sehr pointiert. Abseits von Pressekonferenzen besorge man sich Zitierfähiges von Chebli aber sinnvollerweise gleich beim Sprecher des Senats, der die Kommunikation übernimmt, so die „B.Z.“. Zu den Gerüchten, daß sie kurz vor dem Rausschmiss stünde, und daß auch der Regierende Bürgermeister nur auf einen echten Fehltritt auf Twitter warte, um seine unbequeme Staatssekretärin endlich loszuwerden, würde sie sich gerne äußern. Sie hält diese Gerüchte für absurd, sie sei aber eben umgeben von einer subalternen Männerriege.
Chebli versichert, dass sie sauber arbeitet und ihre Twitteraktivitäten keinesfalls einstellen wird. Hundert Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts lasse sie sich als Frau das Wort nicht mehr verbieten. In der Senatskanzlei jedoch reden nur noch andere, und Sawsan Chebli begnügt sich neuerdings mit dem Hinweis, dass sie sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren habe. Womöglich hat ihr der Genosse Regierender Bürgermeister doch schon die Gelbe Karte gezeigt. (ME)
@jouwatch
Quelle!: #zaronews



