StartZARONEWS PresseAgenturStichwort: Instrumentalisierung. Und Broder spielt die erste Geige

Stichwort: Instrumentalisierung. Und Broder spielt die erste Geige

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Und mindestens tausend Worte sind über ein Foto gefallen. Wir sprechen von einem Bild, dass viral durch die sozialen Medien ging, die Gemüter erhitzt und vor allen Dingen sämtliche linken Hohlköpfe aus der Reserve gelockt hat.

Es geht um das Foto, das zeigt, wie die „AfD-Furie“ Alice Weidel den Teddybär der „Welt“ hinterrücks überfällt und in den Klammergriff nimmt, auf dass ihm die Luft wegbleibt.

Broder selbst hat sich auf seine ganz eigene und typische Weise von diesem „Schnaps-Schuss“ in einem Beitrag in der „Welt“ distanziert:

 Vorbemerkung: Vor meiner Rede ist ein Foto entstanden, auf dem zu sehen ist, wie Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, mich umarmt. Dieses Bild ist von der AfD in den sozialen Medien verbreitet worden. Es wäre richtig gewesen, sich der Umarmung zu entziehen. Als Journalist sollte man auf Distanz zu Politikern und Politikerinnen achten. Es gibt freilich keinen Grund, aus dieser Umarmung weiter gehende Schlüsse zu ziehen. Ich bitte um Entschuldigung und gelobe, bei der nächsten Gelegenheit vorsichtiger zu sein.

Doch damit nicht genug. Während die AfD das Foto für sich ausschlachten konnte (instrumentalisieren, würde Broder sagen), stürzten sich die Linken wie die Geier auf den Autor. Dem linksradikalen Blog „meedia“ musste er sogar Rede und Antwort stehen:

Wie kam das Bild denn zustande?

Sie kommen jetzt in die Schleifspur der Leute, die sich über mich aufregen. Sie wollen nur etwas über das Bild wissen und die Rede interessiert sie nicht? Ich finde, es ist eine ausgezeichnete Rede.

Wir können gerne über die Rede reden. Aber der Aufreger ist aktuell das Bild und man kann sich verschiedene Situationen vorstellen, wie das Bild zustande gekommen ist. Ich würde das gerne von Ihnen hören. Den berühmten Kontext.

Ich finde es nachträglich bedauerlich, dass ich diese Situation nicht inszeniert habe. Es kann irgendein linker Trottel im DLF sagen, dass es Holocaust-Leugner und Klima-Leugner gibt – daraufhin gibt es keinen Shitstorm. Aber wenn ich von Frau Weidel umarmt werde, die, soviel ich weiß, weder wegen Drogenhandels noch für die Förderung von kriminellen Clans in Berlin abgeurteilt wurde, dann regt sich das halbe Land auf. Ich finde das albern. Wie das Bild zustande gekommen ist, kann ich Ihnen genau sagen: Ich kam in den Saal, ging in eine Ecke, legte meinen Mantel ab und zog meine Mappe mit Notizen heraus. Da kam Frau Weidel auf mich zu und nahm mich in den Arm. Ich war überrascht, denn das passiert einem 72-Jährigen selten, dass ihn eine junge Frau spontan umarmt. Ich hatte offenbar nicht den nötigen ethisch-moralischen Widerstand dagegen entwickelt. Ich muss zugeben, ich hätte nie geahnt, dass sowas zu solchen Irritationen führen würde. Wenn ich das klarstellen darf: Die Initiative ging nicht von mir aus, sondern von Frau Weidel. Ich habe das weder als sexuelle Anmache noch als politische Vereinnahme empfunden. Wobei das vielleicht ein bisschen leichtfertig von mir war, ich habe das ja auch in der Welt geschrieben: Politiker und Journalisten sollten nicht öffentlich miteinander knutschen. Außer bei Will oder Maischberger. Da geht alles!…

Man sieht: Es geht den Linken auch hierbei nicht um Inhalte, sondern lediglich um die Haltung, die so ein Foto angeblich ausdrücken kann. Was für ein Schwachsinn.

Doch das Interpretationsdrama geht noch weiter.

Bei den Salonkolumnisten nutzte ein gewisser Richard Volkmann die günstige Gelegenheit, um mit Broder abzurechnen:

Lange war das erfrischend, weil es außer Broder fast keiner so benannte. Doch diese Zeiten sind vorbei. In einer Zeit, da die sozialen Medien auf Knopfdruck jeden gewünschten Grad an zwischenmenschlicher Jauche zur Verfügung stellen, hat sich das Konzept des betont Unangepassten überlebt. Broder ist nicht mehr der Einzige, der an der Bundesrepublik nichts ernst nehmen kann, nur dass die New Kids on the Block seine Positionen mit deutlich mehr Boshaftigkeit vertreten.

DER MIT DEN WÖLFEN HEULT

Anstatt sich aber dieser Usurpation entgegenzustellen, hat ein geschmeichelter Broder offenbar lieber beschlossen, mit den Wölfen zu heulen. Aus dem Broder, der zusammen mit Eike Geisel die Missverständnisse einer selbstgerechten deutschen „Vergangenheitsbewältigung“ aufspießte, wurde der Broder, der Kriegsflüchtlinge mit Ungeziefer in Verbindung brachte* und sich vor laufender Kamera von der Vorsitzenden der wichtigsten NS-Relativierungspartei in Deutschland umarmen ließ. Damit heulte er nicht länger nur mit den Wölfen, er biederte sich ihnen an. Lauwarme Semi-Entschuldigungen, die pflichtschuldig nachgeschoben werden, machen daran nichts besser.

Die an Sprachbildern reiche amerikanische Umgangssprache würde in einer solchen Situation über Broder sagen, „he jumped the shark“. Das hätte wie gesagt nicht sein müssen; rechtzeitig ein starkes Wort von ihm über die AfD und die Diskursblasen wären weitgehend getrennt geblieben. Stattdessen sind sie heute zu einem lautstarken Wutball verschmolzen, der die Politik ochlokratisch vor sich hertreibt und nichts mehr für wahr hält außer dem eigenen Geifer. Es ist nicht ohne Ironie, dass Broder selbst diese Entwicklung bereits in den 2000ern vorhergesagt hatte.

Das hätte man auch einfacher ausdrücken können: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, ansonsten machen wir dich fertig. Die typische Denkweise von ideologisch verbohrten Linken, die intellektuell nicht mehr in der Lage sind, über den Rand ihres selbstgebauten Sandkastens zu blicken.

Den größten Vogel aber hat mal wieder das Regierungsblatt, der „Focus“, abgeschossen. Eine völlig überforderte Margarete van Ackeren schreibt:

Autor, Journalist, Publizist – für das, was Henryk M. Broder so treibt, gibt es viele Titel. Der Mann aber ist vor allem eins: Provokateur. Die Öffentlichkeit reizen, schauen, was passiert, freuen – so funktioniert der Broder’sche Dreisprung. Und in dieser Disziplin ist ihm in dieser Woche wieder einmal ein Scoop von beachtlicher Weite gelungen.

Mit einer ziemlich peinlichen Pointe allerdings. Die AfD nämlich postete ein Foto, in dem die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel ihren Gast strahlend umarmt. Ein Journalist im Klammergriff eines Politikers – das ist etwa so blamabel wie ein Sportlehrer, der keine Liegestützen beherrscht. Denn Distanz gehört nun einmal zur ultimativen Jobbeschreibung von Journalisten.

Was für ein verlogenes Gewäsch, als ob es so etwas noch nie gegeben hätte. Nur, wenn hier die Falsche den Falschen umarmt ist das natürlich für linke Engstirne eine Schande.

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Der Irrsinn geht noch weiter:

Wenn der Sohn von KZ-Überlebenden bei der AfD auf Stippvisite geht und sich da offenbar nicht völlig fehl am Platz fühlt, mag das für viele nicht nachvollziehbar oder auch bestürzend sein.

Schon klar, aber immer die alte Leier. Man verbindet die AfD mit Konzentrationslagern und schon ist die linke Welt wieder in Ordnung.

Selbstverständlich darf auch der Klimawandel nicht fehlen:

Und ja, er hat in seiner Rede auch den Klimawandel in Zweifel gezogen. Diese Position kann man mit gutem Grund als Realitätsverweigerung einordnen. Man kann sich fragen, ob informierte Menschen sie anno 2019 ernsthaft noch beziehen können. Man kann fragen, ob sich Leute, die den Klimawandel leugnen, nicht an künftigen Generationen versündigen.

Das tun sie. Dennoch aber fällt auch der Zweifel am Klimawandel in die Sparte „Meinungsfreiheit“. Entgegen manchen Indizien der letzten Monate gibt es die nämlich noch.

Wieder so ein verlogenes Gewäsch. Frau van Ackeren weiß ganz genau, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland nur für diejenigen gilt, die sich an Regeln in diesem Linksstaat halten. Allen anderen wird der „Prozess“ gemacht oder die Existenzgrundlage entzogen.

Schwamm drüber. Broder hat mal wieder alles richtig gemacht. Er hat provoziert und sich gleichzeitig von seiner Provokation distanziert. Ein Drahtseilakt, wie nur er es schaffen kann.

Er hat sich instrumentalisieren lassen, ohne die erste Geige aus der Hand zu nehmen. Und die dummen Linken haben aufgejault. Was für ein Konzert.

@jouwatch

Quelle!: #zaronews

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