Im Hinblick auf den angekündigten Rückzug der CDU-Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Thüringer AfD-Fraktion die Hoffnung auf eine Annäherung mit den Christdemokraten geäußert.
„Wir erhoffen uns davon natürlich eine Öffnung der CDU in Richtung unserer Partei“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Torben Braga, am Montag in Erfurt. Kramp-Karrenbauer habe sich immer scharf von der AfD abgegrenzt.
Gleichzeitig kündigte Braga an, seine Fraktion wolle in der kommenden Woche darüber beraten, ob sie für eine weitere Ministerpräsidentenwahl einen eigenen Kandidaten stellen werde. Das sei noch nicht abschließend entschieden.
Braga schloss aber aus, dass die AfD-Fraktion bei einer neuerlichen Wahl des Regierungschefs in Thüringen für Ramelow stimmen könnte, um ihn in Bedrängnis zu bringen.
Kramp-Karrenbauer kündigt Rücktritt an
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Montag angekündigt, auf eine Kanzlerkandidatur zu verzichten und in absehbarer Zeit auch den Parteivorsitz abzugeben. Kramp-Karrenbauer hatte dieses Amt erst vor 14 Monaten übernommen. Die CDU-Politikerin erklärte jedoch, weiterhin im Amt der Verteidigungsministerin zu bleiben.
Kramp-Karrenbauer galt lange als Merkels Nachfolgerin. In den letzten Monaten stand sie aber immer wieder in der Kritik, parteiintern soll ihr auch Führungsschwäche vorgeworfen worden sein.
Die überraschende Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten im Thüringer Landtag brachte das Fass zum Überlaufen – denn neben der CDU hatten die Stimmen der AfD-Fraktion dieses Ergebnis erst möglich gemacht.
mka/gs/dpa



