Knapp zwei Drittel der Bürgermeister sind in ihrem Amt bereits beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen worden. Die Ergebnisse einer im Auftrag des ARD-Politikmagazins „Report München“ durchgeführten Umfrage wurden am Dienstag veröffentlicht.
An der Umfrage der Zeitschrift „Kommunal“ nahmen 2494 Mandatsträger – rund ein Fünftel aller Bürgermeister in Deutschland – teil. Dabei gaben 64 Prozent an, in ihrem Amt bereits beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen worden zu sein.
Neun Prozent der Befragten berichteten von körperlichen Angriffen – also etwa bespuckt oder geschlagen worden zu sein. In kleineren Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern gaben acht Prozent dies an, in mittelgroßen Städten 14 Prozent und in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern sind es knapp ein Drittel (32 Prozent).
Zu persönlichen Beleidigungen und Übergriffen kommt es der Umfrage zufolge vor allem in der Öffentlichkeit. 59 Prozent gaben an, bei öffentlichen Veranstaltungen angegangen worden zu sein, 57 Prozent erlebten dies in den Diensträumen. Von Übergriffen bei privaten Tätigkeiten berichteten 27 Prozent, ein Prozent von Fällen zu Hause.
Auch Rathäuser betroffen
Auch Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen sind Ziel von Übergriffen. Sieben von zehn Rathauschefs gaben an, dass es gegen ihre Mitarbeiter oder Gemeindevertreter schon einmal Beleidigungen oder Drohungen gab. In jeder fünften Kommune wurde mindestens ein Mitarbeiter körperlich angegriffen, bespuckt oder geschlagen.
Diskussionsrunde unter Teilnahme von Bundespräsident
Zum Thema „Gemeinsam gegen Hass und Gewalt – Kommunalpolitiker nicht allein lassen!“ nimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an diesem Dienstag in der sächsischen Stadt Zwickau an einer Diskussionsrunde teil.
pd/sb/dpa



