Nach der Öffnung der türkischen Grenze erwartet Ungarn, dass bis zu 100.000 Flüchtlinge aus der Türkei und Syrien in die EU drängen werden. Laut Außenminister Peter Szijjarto wappnet sich die Regierung in Budapest gegen den Massenzustrom und will auch Serbien beim Schutz der Grenzen helfen.
Ungarn werde seine Grenze schützen und wolle Serbien helfen, sagte Szijjarto am Montag bei einem Besuch in Belgrad. Im Nachbarland berät Szijjarto über eine Verstärkung der Grenzkontrolle angesichts einer möglichen neuen Flüchtlingskrise.
„In den nächsten Wochen erwarten wir einen Zustrom von 100.000 Migranten“, äußerte Szijjarto. Seine Ansprache wurde im serbischen Fernsehen übertragen.
„Wir werden unsere Grenze schützen, wie hoch der Druck auch sein mag. Denn dies ist die Pflicht des Staates. Die Sicherheit unserer Grenzen und unserer Bevölkerung muss Vorrang haben.“
Während der Krise der vergangenen Jahre habe Ungarn bereits 600 Polizisten an die Grenze zu Nordmazedonien geschickt, so Szijjarto weiter. Budapest sei bereit, Serbien beim Schutz der südlichen Grenzen weiterhin zu helfen.
„Können Flüchtlinge nicht mehr halten“
Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hatte vor wenigen Tagen die EU vor einem Massenandrang von Flüchtlingen gewarnt. „Nachdem wir die Grenzen geöffnet haben, ist die Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa unterwegs sind, in die Zehntausende gegangen. Diese Zahl wird bald eine Millionenhöhe erreichen“, sagte er.
Der Sprecher der türkischen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, sagte, die Türkei bleibe ihrer Flüchtlingspolitik treu, könne aber die Flüchtlinge aus Syrien nicht mehr halten.
In Nordmazedonien hatte die Polizei in der Nacht zum Montag 78 Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika entdeckt, die in einem Lastwagen unterwegs waren. In der vergangenen Woche waren in einem Grenzgebiet zu Griechenland weitere 40 illegale Migranten in einem Bus gestoppt worden. Das Innenministerium Nordmazedoniens erklärte, die Polizei und die Geheimdienste des Landes seien gegen einen Massenzustrom von Migranten gewappnet.
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