StartPolitikEUVerschwiegene Wahrheiten: Was die Medien uns vorenthalten haben

Verschwiegene Wahrheiten: Was die Medien uns vorenthalten haben

Pressefreiheit wird in Deutschland großgeschrieben und wer täglich Nachrichten liest oder schaut, ist bestens informiert – so die allgemeine Annahme. Doch können wir tatsächlich alles glauben, was uns Zeitungen und Nachrichtensender tagtäglich vorsetzen?

Sind wir damit ausreichend informiert und können wir auf die Entscheidungen der Presse, was Relevanz und Aktualität der Themen betrifft, vertrauen? Anscheinend nicht! Denn dieses Buch vereint wissenswerte und brisante Ereignisse aus dem laufenden und dem vergangenen Jahr, über die unsere Medien nur unzureichend oder gar nicht berichtet haben.

Betrifft die Abgaslüge wirklich nur den Volkswagen-Konzern? Haben Sie etwas vom Skandal um vereitertes Hühnerfleisch mitbekommen?

Waren die Ereignisse anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg tatsächlich so dramatisch oder hat sich die Berichterstattung verselbstständigt, weil ein Nachrichtensender den anderen übertreffen
wollte?

Bisher unbekannte Hintergrundinformationen beleuchten diese und viele andere ausführlich recherchierte Themen von Grund auf und ermöglichen so eine wahrheitsgemäße und unabhängige Betrachtung des aktuellen Weltgeschehens.

Verschwiegene Wahrheiten ist ein Enthüllungsbuch für alle, die wirklich informiert sein wollen. Das Buch beginnt mit den neuesten unterschlagenen Nachrichten aus dem Jahr 2017 und endet mit den vergessenen Nachrichten des ausgehenden Jahres 2016.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die Themen nach einer gefühlten Wichtigkeit zu sortieren, wie den ignorierten Anschlagsplan gegen den französischen Präsidenten an den Anfang zu stellen. Aber das wäre nur eine weitere Stufe der Manipulation (Eine kurze Geschichte der Zeit … einer Zeitung: Dramatische Verluste der Mainstream-Presse!).

7. Oktober 2017: 16 Jahre Afghanistan – als hätte sich die Welt nicht verändert

Geht es darum, was die Medien ihrem Publikum verschweigen, dann geht es zuletzt auch darum, dass ein Großteil der Medien nicht mehr in der Lage zu sein scheint, Nachrichten in einen umfassenderen Kontext zu stellen. Deutlich wird das unter anderem und wieder einmal an den Kriegen und Krisen in der Welt – wie etwa dem Afghanistan-Krieg, dessen Beginn sich am 7. Oktober erneut jährte.

Seit nunmehr 16 Jahren wird in dem Land am Hindukusch ein unendlich erscheinender Konflikt ausgetragen. Er ist damit länger als der Erste Weltkrieg, der von 1914 bis 1918 dauerte, er ist auch länger als der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945. Selbst der Vietnamkrieg von 1964 bis 1975 dauerte nicht so lange an. Doch obwohl der Krieg nun schon so lange andauert, hat sich die Berichterstattung im Grunde keinen Deut verändert.

Nehmen wir drei Schlagzeilen als Beispiele: »Autobombe tötet 30 Menschen: Terroranschlag erschüttert Kabul«, »Anschläge in Kabul: Taliban demonstrieren Stärke« oder »Kabul: Mindestens neun Tote bei Anschlag nahe der USBotschaft«.

All das sind ohne Frage schreckliche Ereignisse, bei denen Menschen ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden. Wer aber könnte sagen, welche dieser Schlagzeilen aus welchem Jahr des Afghanistan-Konfliktes stammt? Tatsächlich stammt die erste genannte Überschrift aus dem Jahr 2002 , die zweite beschreibt einen Anschlag aus dem Jahr 2006 und die dritte Nachricht ein Ereignis von August 2017. Das bedeutet: Seit nunmehr 16 Jahren verfahren die Medien immer gleich.

Sie beschränken sich darauf, über ein aktuelles Ereignis mehr oder weniger ausführlich zu berichten. Nach wenigen Tagen vergessen sie dieses Ereignis dann wieder und beschreiben das nächste ähnliche Ereignis in einer Art, als handele es sich um einen singulären Vorfall. Was für die Mediennutzer so entsteht, ist im Grunde nicht mehr als ein gleichbleibendes Hintergrundrauschen. Man weiß, dass in Afghanistan Krieg herrscht, man kennt die Taliban als die Bösen.

Tatsächlich aber ist ein 16 Jahre langer Krieg eben etwas anderes als nur eine Aneinanderreihung von Einzelereignissen. Vor allem findet dieser Krieg in einer Welt statt, die sich seit den Anfängen dieses Konfliktes entscheidend verändert hat. Dafür gibt es zahllose Beispiele, die letztlich zeigen, wie armselig die immer gleiche Art der Berichterstattung eigentlich ist. Nehmen wir etwa einen jungen Deutschen, der sich entschließt, in die Bundeswehr einzutreten, um die Truppen dann auch im Auslandseinsatz unterstützen zu können.

Dieser Deutsche kann eine Bewerbung mit einer Einverständniserklärung der Eltern im Alter von 17 Jahren abschicken – war also bei Kriegsbeginn gerade einmal ein Jahr alt. Ein solcher junger Mensch kennt im Grunde gar kein anderes Leben als eines, das mit der Nachricht verbunden ist, in Afghanistan herrsche Krieg.

Auf der anderen Seite jedoch kennt ein solcher junger Mensch auch kaum ein Leben ohne Smartphone. Diese Geräte allerdings waren zu Kriegsbeginn in Afghanistan noch reine Zukunftsmusik. Das erste iPhone wurde 2007 präsentiert, von dem damals noch lebenden Apple-Mitgründer Steve Jobs. Um die Jahrtausendwende gab es im Grunde nur ein Handy, das Jedermann in der Hosentasche haben wollte: das Nokia 3310.

Weltweit hat Nokia mehr als 126 Millionen Exemplare dieses Modells verkauft. Das Handy war aus heutiger Sicht unglaublich simpel, aber es war auch nahezu unzerstörbar, hatte einen quasi unerschöpflichen Akku. Wer jedoch noch 2001 mit Freunden oder Bekannten Informationen zu den neuesten Handytrends austauschen wollte, der musste dazu auch tatsächlich zu dem Gerät greifen, und es zum Telefonieren oder zumindest zum SMS-Verschicken nutzen.

Denn die heute so allgegenwärtigen sozialen Medien gab es im Jahr 2001 ebenfalls noch gar nicht. Mark Zuckerberg entwickelte erst im Jahr 2003 den Facebook-Vorgänger facemash, das eigentliche Facebook ging erst 2004 an den Start. Um die Länge des Konfliktes weiter zu verdeutlichen: Im Jahr 2001 kannte kein Deutscher das Kürzel DSDS, die erste Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar wurde erst im Herbst 2002 ausgestrahlt. Jugendliche konnten sich die Zeit damals auch noch nicht mit Onlinespielen wie World of Warcraft vertreiben – das wurde erst im November 2004 veröffentlicht.

Stefani Joanne Angelina Germanotta wiederum war im Jahr 2001 gerade einmal 15 Jahre alt – als Lady Gaga sollte sie erstmals 2007 auftreten, was inzwischen ja auch schon wieder gute zehn Jahre her ist. Und wer sich zu jener Zeit abends vor den Fernsehbildschirm setzte, der zappte in der Regel durch die bekannten öffentlich-rechtlichen und privaten Sender – der Streamingdienst Netflix etwa konnte noch 2010 nur in den USA genutzt werden, erst im September 2014 startete er auch in Deutschland.

Das alles sind natürlich eher kleine Veränderungen. Doch auch im Großen und Ganzen hat sich die Welt seit 2001 deutlich verändert. Damals lebten auf dem Globus 6,13 Milliarden Menschen , zum Jahreswechsel 2016/2017 waren es bereits 7,47 Milliarden. Die Weltbevölkerung ist in der Zeit des Afghanistan-Krieges also um mehr als eine Milliarde gewachsen, während die Medien im Jahr 2017 immer noch genau so berichteten, wie sie es auch 16 Jahre zuvor getan hatten.

Mehr noch: In dieser Zeit wurden rund zwei Milliarden Babys geboren, auf der anderen Seite sind gut 900 Millionen Menschen gestorben. Und wenn wir an dieser Stelle schon bei den Toten sind, dann führen die auch wieder zurück nach Afghanistan. Bis zum Jahr 2016 sind in Afghanistan 2371 Angehörige der US-Truppen und 1136 Soldaten verbündeter Truppen ums Leben gekommen, darunter 54 Bundeswehrsoldaten. Die Zahl der verwundeten Soldaten wurde bis zum September 2012 mit 14674 angegeben.

3496 Todesopfer soll es bis 2016 unter den humanitären Helfern und Journalisten gegeben haben, 30470 Tote zählte man in den Reihen des afghanischen Militärs und der Polizei, 31419 afghanische Zivilisten fielen den Kriegshandlungen zum Opfer, hinzu kamen noch 42000 Tote unter den Taliban und andere Militanten.

All das wird zu schnell vergessen oder die Mediennutzer erfahren diese Zahlen gar nicht erst, weil den Medienmachern gerade mal wieder ein aktueller Anschlag wichtiger erscheint als die Aufschlüsselung der tatsächlichen Fakten. Und das seit nun schon 16 Jahren. Nur haben es die Medien eben in diesen 16 Jahren geschafft, in den Menschen den Afghanistan-Krieg als Art selbstverständliches Hinter grundrauschens zu verankern.

Ein Rauschen, dessen Zentrum rund 5000 Kilometer von der Heimat entfernt seinen Ursprung hat. Doch dieses Rauschen ist mehr als das, es ist ein Konflikt, der weiterhin täglich Menschen in Gefahr bringt.

Und dass die Medien diesen Umstand nicht als Anlass für eine umfassende und aufklärende Berichterstattung nehmen, sagt ähnlich viel über die »Arbeit« der Medien aus wie viele andere komplett vergessene oder verschwiegene Nachrichten (Medien: Die Macht um acht – der Faktor Tagesschau (Video)).

Hier die Leseprobe als PDF.

Hier das Inhaltsverzeichnis und andere verschwiegen Wahrheiten:

10. September 2017: Irma, Harvey – und kein Wort
über 1200 Tote. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

10. August 2017: Kim Wall – mehr als einfach nur ein Opfer. . . 21

2. August 2017: Abgasskandal einmal anders:
20 Schiffe machen mehr Dreck als 1 Milliarde Autos. . . . . . . . . . . 26

23. Juli 2017: Costa Rica – Halbfinale »Yeah!«,
Militär »Häh?«. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

23. Juli 2017: Nahost-Berichterstattung – die Guten
sind die Bösen sind die Guten sind die bösen. . . . . . . . . . . . . . . . . 40

14. Juli 2017: Berichterstattung unerwünscht –
das Smartphone und die Verkehrsunfälle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

8. Juli 2017: Er ist wieder da – das Verschwinden
und die Rückkehr des Rainer W.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

7. und 8. Juli 2017: Summer in the City – Randale reicht
nicht, die Hölle muss es sein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

7. und 8. Juli 2017: Summer in the City 2.0 –
wie die Medien die Panik und den Hass weiter schürten. . . . . . . . 69

5. Juli 2017: Casey Neistat, Follower und die Folgen. . . . . . . . . . . 79

3. Juli 2017: Emmanuel Macron – das geplante Attentat,
über das niemand berichtete. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86

22. Juni 2017: Scheisswetter interessiert kein Schwein,
ein Tornado muss es sein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

25. März 2017: Einmal Hühnchen mit Eiter bitte!
Ein skandalös vernachlässigter Gammelfleisch-Skandal. . . . . . . . 99

6. bis 9. März 2017: »Killer-Spiele« waren gestern –
der Fall Marcel H. und die »Killer-Animes«. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

23. Februar 2017: Standing Rock – Donald Trump vs. Sioux. . . . 113

22. Februar 2017: Unsere Männer im »Krisenbogen«. . . . . . . . . . 121

16. Februar 2017: Von Bananen, Pilzen und
Genmanipulation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127

31. Januar 2017: Weil ein Porsche keine Oma ist –
das ignorierte Millionen-Phänomen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135

20. Januar 2017: Zu Risiken und Nebenwirkungen
von Nestlé fragen sie Nestlé oder Nestlé. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141

11. Januar 2017: Der Fall PewDiePie – oder wie Medien
aus einem schlechten Witz einen Skandal machten. . . . . . . . . . . . 149

1. Januar 2017: Kindesmissbrauch erscheint nur deshalb
nicht alltäglich, weil niemand über diesen Alltag berichtet. . . . . . 157

2. Dezember 2016: Jemen – der fast vergessene Krieg. . . . . . . . . 164

4. November 2016: Tote? Lebensgefahr im Auto?
Egal: Gewinnprognose ist wichtiger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169

2. November 2016: Mossul oder die verschwiegenen
Wahrheiten des Krieges. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173

 

Literatur:

Die Macht um acht: Der Faktor Tagesschau (Neue Kleine Bibliothek)

Die Gefallsüchtigen: Gegen Konformismus in den Medien und Populismus in der Politik

Lückenpresse: Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten

Beitragsbild: PublicDomain/m-vg.de

Quellen: PublicDomain/m-vg.de am 03.11.2017

Empfohlene Artikel
- Advertisment - Beschreibung des Bildes