Berlin – Weil ein achtzigjähriger Rentner auf einem Berliner Supermarktparkplatz ein Wildschwein tötete, um das Fleisch hernach zu verzehren, wurde er wegen „Jagdwilderei“ angezeigt. Ein Irrsinn, der, neben der waidmännische Komponente auch noch die soziale Kälte der Hauptstadt zeigt.
Viele Rentner in Berlin sind so arm, dass sie ihre kümmerliche Rente mit Flaschensammeln aufbessern. Weil er gerne mal einen ordentlichen Braten in der Röhre haben wollte, hat jetzt ein achtzigjähriger Rentner eine andere Form gewählt, um seine Lebensqualität zu verbessern. Der gelernte Metzger hat auf einem Parkplatz in einem Wohngebiet ein Wildschwein mit einer Axt erschlagen. Laut einem Bericht der FAZ häutete er das Tier am späten Sonntagabend im Stadtteil Tegel und nahm es teilweise aus. Doch was die „üblichen Verdächtigen“ so gerne mit Weidetieren machen, nicht zuletzt um auch andere Gelüste als die des Magens zu „befriedigen“ und dabei meist straffrei ausgehen, wurde dem hungrigen Rentner zum Verhängnis. Zeugen alarmierten die Polizei und konnten den Greis auf dem Parkplatz nahe dem Tegeler Forst überführen. Sie fanden einige größere Stücke Fleisch in einer Kiste.
Der alte Mann hatte sich zunächst in einem Gebüsch an der Karolinenstraße versteckt, wurde aber dann von den Ordnungshütern aufgespürt. Er erklärte den Polizisten, er habe das Tier erschlagen, um das „gute Fleisch“ zu essen, weil er sich das sonst nicht leisten könne.
Daraufhin zeigte der Rentner den Polizisten auch den abgetrennten Kopf des Wildschweins, von dem die Polizei ein Foto veröffentlichte. Fazit: der Mann hatte im wahrsten Sinne des Wortes kein Schwein. Der Achtzigjährige wurde wegen „Jagdwilderei“ angezeigt. Im Gegensatz zu Araberclanmitgliedern war der Rentner im wahrsten Sinne des Wortes eine leichte Behördenbeute.
Ziemlich gaga, denn immer mehr Wildschweine dringen in Berlin in Wohngebiete ein. Die Jäger kommen mit den Abschüssen nicht nach. Vor allem in Wohngebieten wird es schwer die Tiere zu erlegen, weil dort nicht geschossen werden darf. Nicht alle Wildschweine sind friedlich. Viele Tiere verhalten sich äußerst aggressiv, laufen regelrecht Amok. 2014 starb in Berlin ein Rentner nach einem Wildschweinbiß, berichtet der Tagessspiegel. Auch vor „zutraulichen“ Tieren wird gewarnt. Meist sind es Tiere, die als Frischlinge von Menschen großgezogen wurden und dann später keine Scheu mehr haben. Auch diese Tiere haben schon Menschen angegriffen. Eigentlich hatte der alte Mann seinen Braten redlich verdient. Man darf gespannt sein, was der Bratenjäger für seine Wildschweindezimierung aufgebrummt bekommt. (KL)
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