StartZARONEWS PresseAgenturLinkskonzern? VW-Managerin schaukelt AfD im Osten zum Problem hoch

Linkskonzern? VW-Managerin schaukelt AfD im Osten zum Problem hoch

VW-Managerin Hiltrud Werner macht es trickreich vor: So darf Kritik geäußert werden. Man benennt eine Reihe von Phänomenen, derentwegen es „verständlich“ ist, daß die Leute sich der AfD zuwenden – und beklagt dann, daß das der AfD nützt.

Im Herbst stehen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen an. In diesem Zusammenhang warnt VW-Managerin Hiltrud Werner vor einem Erstarken der AfD. Ihrer Ansicht nach liefere die Politik immer wieder Argumente für die Populisten.“ So steht es in der „Welt„.

Was meinte Frau Hiltrud-Werner noch? – „Es wäre schrecklich, wenn die Menschen die Wahlen 2019 nur nutzen, um der Regierung eins auszuwischen“. Das ist der Gipfel der intellektuellen Redlichkeit. Es gibt also sachlich verständliche Gründe dafür, daß Leute die AfD wählen einerseits, andererseits aber wählen die Leute die AfD nicht in der Hoffnung auf Abhilfe, sondern „nur“, um der Regierung eins auszuwischen. Mit anderen Worten: Das Interesse der Wähler richtet sich nicht auf die Besserung ihrer Lebensumstände. Sie wählen die AfD zur Befriedigung ihrer niederen Instinkte. Sie sind einfach rachsüchtig.

Um der Brillanz der Analyse aber die Krone endgültig gar aufzusetzen, kritisierte Frau Hiltrud-Werner das Vorgehen Napoleons … westdeutscher Investoren nach der Wiedervereinigung. Eine „systematische Deindustrialisierung der DDR“ habe es gar gegeben. Potzdonner. „Egal, ob Uhrenmanufaktur oder Landmaschinenproduzent – die Käufer aus dem Westen wollten nur die Kunden, dann haben sie die meisten Fabriken dichtgemacht.“ – Ist es die Möglichkeit? Betriebswirtschaftliche Erwägungen können also anno dunnemals, zwei Jahrzehnte bevor es eine AfD oder eine Frau Merkel als die relevanten Gegenpole in der Parteienlandschaft zu Bedeutung gebracht hatten, keine Rolle beim Entschluß gespielt haben, unrentable Fabriken zu schließen. Warum die wohl geschlossen worden sind? Um die Ostdeutschen zu „radikalisieren“, wahrscheinlich. Sind die westlichen Investoren zu dämlich gewesen, sich auszurechnen, daß sie mit DDR-Fabriken gut hätten Profite einfahren können, oder wie? Und warum ist Frau Hiltrud-Werner VW-Managerin? Damit VW seiner gesellschaftspolitischen Primäraufgabe nachkommt, die darin zu sehen wäre, Lebensumstände zu garantieren, die eine AfD überflüssig machen? Oder ist sie deswegen VW-Managerin, weil sie daran denkt, Autos zu verkaufen und die Marke auf dem Markt zu halten?

Äußerungen wie die von Frau Hiltrud-Werner haben immer so ein eigenartiges G´schmäckle an sich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sie gemacht werden, damit, – wie hier z.B. –  der Name Hiltrud-Werner in den Zeitungen auftaucht. Hauptsache, mal einen neuen Aspekt in die demokratische Quasselrunde geworfen zu haben, auch wenn es sich um einen Pseudoaspekt handelt.

Tatsächlich ist nicht anzunehmen, daß ein einziger Mitteldeutscher heute die AfD wegen „Fehlern“ wählt, die vor bald dreißig Jahren gemacht worden sind. Vielmehr steht dringend zu befürchten, daß sie sich ein Gefühl dafür bewahrt haben, wer sie sind, wo sie ihre kulturellen Wurzeln haben, daß sie die bewahren – und ihre Heimat eben nicht mit Hinz & Kunz teilen wollen, schon gar nicht, wenn sie die außerdem noch üppigst zu alimentieren hätten angesichts der Tatsache, daß ihre eigenen Leute als  Rentner im Müll nach Pfandflaschen suchen. Die AfD ist nicht die Antwort auf die „Fehler“ der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, sondern auf die des zweiten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend. Aber Hauptsache, wir wissen dank „Welt“ jetzt, wer Frau Hiltrud-Werner ist. Moment, ich sehe gerade, sie heißt Hiltrud Werner, ohne Bindestrich. (ME)

@jouwatch

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