Limburg – Spätestens seit Greta in Rom gesichtet wurde, um ihre neue Religion „Klimaschutz“ auch einen spirituellen Anstrich zu geben – zuvor wurde sie vom Berliner Bischof zum neuen Jesus ausgerufen – haben auch die Kirchen beiderlei Konfessionen diese neue Form einer spirituellen Massenbewegung als Chance für ihr großes Immobilienunternehmen erkannt. Kein „Wunder“, dass an Ostern die Oberhirten von den Kanzeln der Kirchen über den Klimaschutz mit Engelszungen reden. In Hessen griffen der neugekürte Bischof von Limburg Georg Bätzing und sein evangelischer Amtskollege Volker Jung, das Thema als Gretas Gottesgeschenk dankbar auf.
„Mit den Klimaschutz-Demonstrationen „Fridays for Future“ von Schülern und Studenten zeigte sich Georg Bätzing solidarisch. Auch Christen stünden in der Verantwortung: „Ob wir diese einmalig schöne Erde bewahren oder uns durch eigenes Verschulden selbst abschaffen, das ist eine zutiefst spirituelle und religiöse Frage,“ textet begeistert die hessenschau. Zuvor hatte sich der Parteigänger des Papstes zu einer Solidarität mit den weltweit verfolgten Christen durchgerungen, ohne jedoch die Angehörigen der Religion zu nennen, die hauptsächlich für die staatlichen Verfolgungen, wie auch Terrorakte verantwortlich sind. Auch der Terroranschlag in Sri Lanka geht laut nzz auf das Konto einer radikalislamischen Organisation zurück.
„Wir verbinden uns mit den Opfern und den vielen Schwestern und Brüdern weltweit, die ihren Osterglauben nicht frei und ungezwungen bekennen können, wie wir es tun“, sagte der Limburger Bischof, der nach dem Skandalbau – inzwischen 32 Mio teurer Erweiterungsbau des Diözesanmuseum – die Nachfolge von Tebartz van Elst angetreten hat.
Tief in den Symbol- und Metapher-Baukasten greift der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung. Er sieht in den Schüler-Demos für Klimaschutz sogar ein „Zeichen“ für Ostern. Bei einem Gottesdienst in Darmstadt sagte Jung: „Ostern ist das Fest der Hoffnung, dass Gottes Schöpferkraft stärker ist als der Tod. Am Ende steht nicht der Tod, sondern ein Neuanfang voller Hoffnung auf Leben.“ Dabei zog er als große Hoffnungsträgerin die schwedische Schülerin Greta Thunberg heran. Dabei zog er direkte Vergleiche zwischen der christlichen Glaubenslehre und den Schülern, die jeden Freitag für mehr Klimaschutz demonstrieren. „An Ostern feiern Christen in der gesamten Welt, dass Gott aus dem vergangenen alten Leben neues Leben hervorbringen kann“, sagte Jung. „Die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus ist seine Botschaft an uns: Ihr müsst den Tod nicht fürchten. Sucht das Leben für euch und für diese Welt!“
Noch tiefer in den Symbolfundus griff nur noch Fuldas Bischof Michael Gerber, der den Brand der Kathedrale Notre Dame mit den politischen „Flächenbränden“ dieser Welt verglich, insbesondere mit den Konflikten in Afrika und dem Nahen Osten. Die Frage ist bloß, wer da zündelt. Wer Brände nennt, der muss auch die Brandstifter nennen. (KL)
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