StartPolitikEuropaCDU-Experten für verpflichtende Deutschtests schon in Kita

CDU-Experten für verpflichtende Deutschtests schon in Kita

Die CDU-Politiker wollen in der Zukunft in Kitas vier Jahre alte Kinder auf ihre Deutschkenntnisse testen. Falls bei ihnen mangelndes Wissen festgestellt wird, werden sie Sprachkurse besuchen müssen, berichtete die Zeitung „Kieler Nachrichten“ am Dienstag.

Laut der Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, liegt dem CDU Bundesparteitag in Leipzig (22./23. November) ein entsprechender Antrag zur Abstimmung vor. Als Vorsitzende des Bundesfachausschusses Bildung der CDU war Prier maßgeblich an dem Antrag beteiligt.

Demnach werden „wirksame Sanktionsmechanismen“ eingreifen, falls die Eltern sich weigern, die von einer Kommune angebotenen verbindlichen Sprachfördermaßnahmen des Kindes zu unterstützen oder zu ermöglichen. Was Bußgelder anbetreffe, würde die Verhängung so ablaufen, wie es nach dem Ordnungswidrigkeitenrecht üblich sei, erklärte Prien.

Bei Bedarf „Deutsch als Zweitsprache“-Fach Pflicht

Bei Bedarf müsse man Schüler zum Unterricht im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ verpflichten. Allerdings wäre für Prien das Wichtigste, dass die Kinder am Regelunterricht teilnehmen. Mit diesem Antrag reagierte sie auf eine Forderung des Unionfraktionsvizen, Carsten Linnemann, der vorschlug, Kinder mit gravierenden Sprachdefiziten notfalls später einzuschulen.

Die Kompetenz an deutschen Schulen ist ein allgegenwärtiges Thema. So sollten zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen zum Ausgleich vom Lehrermangel auch Flüchtlinge qualifiziert und für den Unterricht eingesetzt werden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf Schulministerin Yvonne Gebauer. Einige Universitäten, wie zum Beispiel Bielefeld und Bochum, würden spezielle Kurse für geflüchtete Lehrer anbieten, die einen Intensivsprachkurs in Deutsch sowie pädagogisch-interkulturelle Schulungen beinhielten.

Ein weiteres Problem im deutschen Schulsystem sei Lehrern zufolge die Schreibkompetenz deutscher Schüler. Laut einer in Berlin vorgestellten Studie hat mehr als jedes dritte Grundschulkind (37 Prozent) Probleme, eine gut lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln. Bei weiterführenden Schulen sahen sogar 43 Prozent der Lehrer Mängel beim Schreiben.

dg/ae

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