Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Mathias Middelberg (CDU) sieht die Hilfsmöglichkeiten etwa für psychisch kranke Flüchtlinge in Deutschland begrenzt. In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk hat er sich in Bezug darauf für die Abschiebung von Schwerverbrechern und terroristischen Gefährdern auch nach Afghanistan ausgesprochen.„Wir werden nicht mehr unendlich alle beobachten können, nicht mehr alle psychisch betreuen können“, gab Middelberg am Montag im Deutschlandfunk zu bedenken.Man könne bei traumatisierten Geflüchteten nicht bei jeder Gelegenheit mit noch mehr psychologischer Betreuung nachhelfen, sondern brauche stattdessen entschiedene Regeln für eine Rückführung. Deutschland sei bereits am Rande seiner Kräfte, so Middelberg.Man könne auch nicht bei jeder Gelegenheit sagen, es brauche noch mehr Psychologen. Es kämen weiter jeden Monat 10.000 neue Asylbewerber nach Deutschland, so Middelberg weiter. Mit Familiennachzug würden es in diesem Jahr wahrscheinlich wieder 140.000, 150.000 Menschen sein. „Ich glaube, dass das einfach schwierig wird und wir da an Grenzen kommen. Wir können nicht unendlich weiter Menschen aufnehmen, weil wir die dann nicht mehr alle integrieren und betreuen können“, zitiert ihn die Deutsche Presse-Agentur.
Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ über unzureichende psychische Hilfen für traumatisierte und auch potenziell gefährliche Flüchtlinge berichtet.Middelberg unterstützte zudem die SPD-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Franziska Giffey, die am Wochenende die Abschiebungen von Gewalttätern und terroristischen Gefährdern auch nach Afghanistan und Syrien befürwortet hatte. „Grundsätzlich muss es Rückführungen geben, auch in schwierige Länder“, äußerte er.
In Bezug auf den tödlichen Messeranschlag in Würzburg sagte der CDU-Politiker, er ziehe eine Abschiebung des Attentäters von Würzburg in sein Heimatland Somalia nicht in Betracht, da dieser unter einem subsidiären Schutz stehe und die Gefährdungslage in Somalia hoch sei.



