StartPolitikEUWegen erhöhten Migrationsdrucks: Frontex schickt Sondereinsatz zur Grenzsicherung nach Litauen

Wegen erhöhten Migrationsdrucks: Frontex schickt Sondereinsatz zur Grenzsicherung nach Litauen

Die europäische Grenzagentur Frontex hat angekündigt, ein Soforteinsatzteam für Grenzsicherungszwecke an der litauischen Grenze zu Weißrussland einzuleiten. Die Maßnahme soll Vilnius helfen, dem wachsenden Migrationsdruck entgegenzukommen.„Die Situation an der Grenze Litauens zu Weißrussland bleibt besorgniserregend. Ich habe beschlossen, ein Soforteinsatzteam für Grenzsicherungszwecke (rapid border intervention) nach Litauen zu entsenden, um die Außengrenzen der EU zu stärken“, wird der Direktor der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache, Fabrice Legger, in einer Mitteilung der Behörde zitiert.Geschickt werden demnach zusätzliche Grenzschutzbeamte, Streifenwagen und Spezialisten, die Interviews mit Migranten führen sollen, um Informationen über beteiligte kriminelle Netzwerke zu sammeln.Allein in der ersten Woche des laufenden Monats habe Litauen mehr als 800 illegale Grenzübertritte registriert. In der ersten Jahreshälfte hätten die meisten illegalen Einwanderer aus dem Irak, dem Iran und Syrien gestammt. Im Juli habe sich dieser Trend geändert: Nun handle es sich bei den illegalen Migranten um Staatsangehörige von Kongo, Gambia, Guinea, Mali und Senegal, hieß es in der Mitteilung.

Frontex-Sondereinsätze zur Grenzsicherung

Soforteinsätze zu Grenzsicherungszwecken sollen einem EU-Mitgliedstaat zur Hilfe kommen, der an seiner Außengrenze einem dringenden und außergewöhnlichen Druck ausgesetzt ist, insbesondere im Zusammenhang mit einer großen Zahl von Nicht-EU-Staatsbürgern, die versuchen, illegal in sein Hoheitsgebiet einzureisen.

Litauen gibt erhöhten Migrationsdruck bekannt

Nach Ansicht der litauischen Regierung ist der mangelnde Wille von Minsk, illegale Migration zu bekämpfen, eine der Erscheinungen des hybriden Krieges von Präsident Alexander Lukaschenko. Der weißrussische Staatschef erklärte seinerseits, Weißrussland habe wegen der westlichen Sanktionen „weder Geld noch Kraft“, um den Migrantenzustrom in die EU-Ländern zu bremsen – und werde es auch nicht mehr tun.

Litauen bat die EU und unter anderem auch die Nachbarländer um Unterstützung. Estland schickte vergangene Woche zehn Spezialisten mit Fahrzeugen, Drohnen und anderen Grenzschutzmitteln zur Hilfe.

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