Bayern/Füssen – Anlässlich des Internationalen Frauentags 2019 verleiht der SPD-Unterbezirk Ostallgäu zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen zwei Abtreibungsärzte für ihre „besondere Verdienste um die Gleichstellung“ am Freitag die „Rote ASF-Rose“. Lebensschützer demonstrierten gegen die Ehrung.
Die SPD-Frauen und der SPD-Unterbezirk im Landkreis Ostallgäu und in Kaufbeuren, verleihen seit 1998 anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März alljährlich die „Rote ASF-Rose“. Mit diesem Preis werden Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Gleichstellung verdient gemacht haben, heißt es dazu auf der Webseite.
Dieses Jahr haben sich die Sozialdemokraten sich als „HauptpreisträgerInnen“ Dr. Kristina Hänel aus Gießen und Dr. Friedrich Stapf aus München gewählt. Sie erhalten die Skulptur der Roten ASF-Rose, weil beide nach sozialistischer Ansicht entscheidend dazu beigetragen haben, dass Frauen in Deutschland, einen Schwangerschaftsabruch bei „ÄrztInnen“ durchführen lassen können. Und das nicht nur stationär, sondern auch ambulant.
Preisträger Hänel und Stapf
Der Münchner Abtreibungsarzt Friedrich Stapf, der an der Entstehung der 1993 eingeführten Fristenlösung mit beteiligt war und nach Angaben und wie die „Münchner Abendzeitung“ bislang jährlich rund 3.000 Abtreibungen in seiner Praxis vornimmt, wurde am Freitag von den SPD-Frauen deshalb geehrt,weil er den „vielen Anfeindungen von sogenannten Lebensschützern widerstanden und die juristische Auseinandersetzung um die Zulassung ambulanter Schwangerschaftsabbrüche in Bayern gewonnen“ hatte.
Kristina Hänel habe die Problematik des §219a in den Fokus gerückt, das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Im jüngsten Urteil des Landgerichts Gießen wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilen. Als Konsequenz ihres Falles machten sich Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die FDP für die Abschaffung beziehungsweise Einschränkung des Straftatbestandes stark. Die Bundesregierung leitete 2018 die Reform des Paragraphen 219a ein, der Werbung für vorgeburtliche Kindstötungen bislang unter Strafe stellte. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen fordert nochmals klar die Abschaffung des §219a. Hänel gab ihrer Freude über die SPD-Ehrung auf Twitter Ausdruck und schrieb: „Während in Berlin Gesetze gemacht werden, die mich meiner Freiheit berauben wollen, werde ich weiter geehrt: am 1.3. Anne-Klein-Frauenpreis in Berlin mit Nora Szasz und Natascha Nicklaus, am 8.3. die ASF Rose im Ostallgäu mit Friedrich Stapf zusammen. #219a.“
Neben der aktuellen SPD-Auszeichung erhielt Hänel erst am vergangenen Freitag den mit 10.000 Euro dotierten Anne-Klein-Frauenpreis der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen fordert klar die Abschaffung des §219a.
Lebensrechtler demonstrierten vor SPD-Parteizentrale in München
Das lokale Preisgeld der SPD-Belobigung in Höhe von 300 Euro erhält die weit im linkspolitischen Gefilde agierende Beratungsstelle „Pro Familia“ in Kempten. Die bundesweit operierende Organisation, die ihrem Namen nach suggeriert, eine kinder- und familienfreundliche Agenda zu verfolgen, ist ein Gründungsmitglied der hoch umstrittenen International Planned Parenthood Federation (IPPF). 2013 wurde durch Recherchen des Tagesspiegels bekannt, dass im „pro familia magazin“ für die Straffreiheit bei sexuellen Kontakten mit Kindern plädierte. Die Gründung von Pro Familia geht auf US-Amerikanerin Magaret Sanger zurück, die sich für die „Reinheit der Rasse“ stark machte und das 1939 das „Negro-Project“ ins Leben rief, mit dem man für eine Dezimierung von Schwarzen in Amerika sorgen wollte.
Gegen die Ehrung demonstrierten am Freitag Lebensrechtler vor der bayerischen SPD-Zentrale in München. Darunter die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), die Alfa und die Vertreter des „Konservativen Aufbruchs“. Sie machten klar, dass die Preisverleihung kein Festakt, „sondern die Beerdigung von Menschlichkeit, Gleichberechtigung und Gleichstellung“ sei, so die CDL die nach der Kundgebung feststellt: „Gemeinsam haben wir der SPD die rote Karte gezeigt und dagegen protestiert, dass eine Arbeitsgemeinschaft der SPD heute zwei Abtreibungsärzte mit einem Preis ausgezeichnet hat. Die gezielten, rechtswidrigen Störaktionen einer kleinen Gruppe von extremistisch agierenden Jusos konnten unsere Kundgebung nicht stoppen“. (SPD)
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