Das in vergangenen Monaten als Corona-Hotspot kritisierte österreichische Skiresort Ischgl ist wieder coronafrei. Nach behördlichen Angaben des Landes Tirol gibt es dort derzeit keinen aktiven Fall der Lungenkrankheit Covid-19. Auch in den weiteren Gemeinden im Paznauntal gebe es kaum noch Erkrankte, hieß es.
Am Mittwoch hat der Tiroler Landtag eine Kommission eingesetzt, um das Corona-Krisenmanagement der Landesregierung zu untersuchen. Auch Ischgl wird dabei im Fokus stehen. Von hier aus dürfte sich das Virus durch die vielen internationalen Gäste weit verbreitet haben.
Ende März haben sogar 400 Urlauber, von denen die meisten Deutsche sind, eine Sammelklage gegen die Behörden des Skiorts eingereicht. Die Kläger warfen den Tiroler Behörden vor, zu spät auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie reagiert zu haben. Obwohl bereits die ersten Infektionsfälle bekannt gewesen seien, hätten sie die Menschen sich an den Skipisten und in den Bars weiter anstecken lassen, wonach diese dann die Infektion in ihre Heimatländer gebracht hätten.
Der Skibetrieb in Tirol wurde erst einige Tag nach dem ersten positiven Corona-Test bei einem Barkeeper in Ischgl vorzeitig beendet. Als über Ischgl und das Paznauntal eine Quarantäne verhängt wurde, ließ man zudem viele Touristen ausreisen – was zeitweise zu chaotischen Zuständen auf den Zufahrtsstraßen führte.
Ein Misstrauensantrag gegen den Tiroler Gesundheitsminister Bernhard Tilg (ÖVP) fand jedoch keine Mehrheit im Landtag. Tilg wurde eine große Mitschuld am Krisenmanagement gegeben, das in die Kritik geraten ist.
om/mt/dpa



