StartPolitikEuropaFast die Hälfte aller Menschen ohne Internetzugang

Fast die Hälfte aller Menschen ohne Internetzugang

Die vom Web-Erfinder Tim Berners-Lee gegründete Web Foundation hat im Zusammenhang mit der Corona-Krise das Thema der Ungleichheit bei der Zugänglichkeit des Internets in unterschiedlichen Ländern angesprochen.

Die Covid-19-Pandemie und Maßnahmen zu deren Eindämmung, die in vielen Ländern getroffen wurden, brachten demnach eine enorme digitale Ungleichheit hervor.

„Der Internetzugang ist ein öffentliches Gut und ein grundlegendes Menschenrecht, das das Isolationsgefühl verringern kann, mit dem viele in dieser Periode der Einsperrung konfrontiert sind“, schreibt Eleanor Sarpong von der Allianz für das erschwingliche Internet am Mittwoch.

Das Internet sei „kein Luxus“, sondern eine „kritische Lebensader“. Und noch immer seien mehr als 3,5 Milliarden Menschen mit dieser Lebensader nicht verbunden.

„Nur 54 Prozent der globalen Population haben derzeit Internetzugang. Bei Menschen in ärmeren Regionen ist es weniger wahrscheinlich, dass sie online sind. Das betrifft außerdem Frauen, ältere Menschen und diejenigen, die in entlegenen und ländlichen Gebieten leben.“

„Katastrophale digitale Kluft“

Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, dass 75 Prozent der Menschen weltweit und 35 Prozent der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern bis 2025 Zugang zu einem Breitbandanschluss haben sollen.

Nach der Einschätzung der Foundation wird dieses Ziel möglicherweise nicht erfüllt. Bis 2025 haben demnach 70 Prozent der Menschen überhaupt irgendeine Form von Internetzugang. In den am wenigsten entwickelten Ländern seien es voraussichtlich 31 Prozent.

„Wir sind nicht nur mit einer globalen Gesundheitspandemie konfrontiert. Wir haben auch eine katastrophale digitale Kluft, die mit einer Vertiefung von Offline-Ungleichheit droht“, so Sarpong.

Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 2,1 Millionen Menschen in 185 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 146.071 Todesopfer registriert.

mo/mt

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