StartPolitikEuropaItalien: Pistoia – eine linke Hochburg ist gefallen

Italien: Pistoia – eine linke Hochburg ist gefallen

In Italien fällt, korrelierend zur gegenwärtigen Migrationskrise, eine linke Hochburg nach der anderen. Nun ist es auch in Pistoia so weit. Nach 72 Jahren ununterbrochener Herrschaft der Linken gibt es in dem Ort, von dem die Pistole ihren Namen hat, zum ersten Mal einen Rechten als Bürgermeister. Der Mann heißt Gabriele Gori und ist Fraktionschef der örtlichen Lega. Im Online-Angebot des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) vergießt Valentina De Vos unter der Schlagzeile „Migranten unerwünscht“ bittere Tränen. Die Medienkritik. 

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wollte man dem Grundtenor in Valentina De Vos´ Klagelied folgen, dann wären die Italiener ohne ersichtlichen Grund einfach so zu furchtbar bösen Menschen geworden. Sie schreibt: „Antirassismus-Fachstellen stellen eine Häufung von rassistisch motivierten Übergriffen auf Ausländer in den letzten Monaten fest. Seit die Lega von Rechtspopulist Matteo Salvini mitregiert, also seit Juni, zählen Fachstellen über 30 mutmasslich rassistische Übergriffe in Italien. Das sind mehr als sonst in einem ganzen Jahr. Eine Welle der Ausländerfeindlichkeit scheint durch das ehemals tolerante Land zu gehen.

Es scheint schlimm zu stehen um die gastfreundliche Haltung der Italiener der Ausländerrasse gegenüber. Ob sich Deutsche, Schweizer und Österreicher wohl noch in eine toskanische Pizzeria getrauen können, ohne von der „Welle der Ausländerfeindlichkeit“ stante pede wieder nach draußen gespült zu werden? Es scheint mysteriös zu sein für Frau Valentina, wo diese Welle herkommt. Und sie muß wirklich fürchterlich sein, diese Welle, wenn es Fachstellen statt ganz normaler Zählstellen braucht, um das Mehraufkommen von 30 „mutmasslich“ rassistischen Übergriffen fachgerecht zu erfassen. Daß dieses Mehraufkommen mit dem Mehraufkommen bei den Migranten zusammenhängen könnte, scheint Frau Valentina auszuschließen. Es muß an den urplötzlich böse gewordenen Italienern liegen. Weiß der Geier, gegen wen die Italiener übergriffig werden würden, wenn sie ihre Ausländerrasse nicht im Land hätten, böse, wie sie geworden sind.

So zum Beispiel in der Stadt Pistoia in der Toskana, wo jahrzehntelang die Linke an der Macht war. Hier stellt sich heute nur noch der katholische Pfarrer lautstark gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Don Massimo Biancalani stellt in Pistoia sein Pfarreizentrum den Migranten zur Verfügung – auch jenen, die Italien eigentlich verlassen müssten, weil sie sich ohne gültige Papiere im Land aufhalten. In der Pfarrei backen sie gemeinsam Pizza, beten und schlafen. «Mit der Lega hat sich alles verändert. Mehr Feindseligkeit und Egoismus. Kein soziales Gewissen mehr. Das muss uns zu denken geben», sagt Don Massimo der «Rundschau».

Kein soziales Gewissen mehr? Das ist eine zutreffende Feststellung für alle europäischen Länder, die von den Globalmenschlichen regiert wurden und leider Gottes auch immer noch werden. Wo ist es hingekommen, das soziale Gewissen der spanischen Regierung den Spaniern gegenüber? Findet sich noch ein soziales Gewissen im Bundeskanzleramt zu Berlin? Oder wird von Frau Valentina und Don Massimo lediglich beklagt, daß sich das soziale Gewissen nicht durch ein globalsoziales Gewissen hat ersetzen lassen? Das muß es wohl sein. „Es gibt kein soziales Gewissen mehr“ muß wahrscheinlich übersetzt werden mit „Es hat sich kein globalsoziales Gewissen etablieren lassen.“ Schreiben kann das Frau Valentina freilich nicht – und Don Massimo kann es auch nicht beklagen -, weil sich der traditionell soziale Mensch gewissenhaft fragen würde, ob die Beiden noch alle Latten am Zaun haben.

Auch in Pistoia ist es in den vergangenen Monaten zu einem rassistisch motivierten Übergriff gekommen. Auf einen jungen Flüchtling aus Gambia wurde in der Nähe des Zentrums von Don Massimo auf offener Strasse geschossen – mit einer Schreckschusspistole. Eine Gruppe von einheimischen Jugendlichen gab anschliessend der Polizei zu Protokoll, sie hätten sich nur einen Scherz erlaubt. Buba Ceesay, der ins Visier genommene Flüchtling, hatte allerdings Todesangst und ist seit dem Vorfall traumatisiert.

Gottlob haben die rassistischen Schlingel nicht laut in die Hände geklatscht, sondern dezent ein Zündblättchen knallen lassen. Das Trauma, welches sich der Gambier durch Klatschen eingefangen hätte, wäre er womöglich sein ganzes Leben lang nicht wieder losgeworden. Merke: In Gegenwart eines Gambiers einen Knall zu verursachen, ist ein „rassistisch motivierter Übergriff“. Zu Silvester wird man vermutlich alle Gambier aus dem Land bringen müssen, um ein schwarzes Massentrauma angesichts der ganzen Knallerei zu vermeiden.

Die Italiener in Monfalcone und anderen Orten hingegen, die ihrem Straßenbild zufolge bereits aussehen, als lägen sie in islamisch Afrika, scheinen deutlich traumaresistenter zu sein, als der von Natur aus schreckhafte Gambier. Die geräuschvolle Demolierung ihrer Autos vor dem Haus, die Steinwürfe durch die Fensterscheiben und die zeitweilige Inbesitznahme ihrer Wohnungen durch Illegale haben sie offensichtlich ganz robust weggesteckt – und als nächstes einfach die Rechten gewählt.

Lega-Führer Gori hingegen spielt den Vorfall herunter. «Das war nur ein Lausbubenstreich.»

Ja hallo? Was sollte das Knallen mit einer Schreckschußpistole auch anderes sein, als ein Lausbubenstreich? Von wo aus hätte man das denn zu einem solchen „herunterspielen“ können? Soll man annehmen, daß es eigentlich ein mißglückter Mordversuch gewesen ist? Mit einer Schreckschußpistole? Herzversagen vielleicht? Aus Deutschland wissen wir, daß ein persönliches Herzversagen (Köthen) nichts mit dem Agieren anderer Leute zu tun hat.

Gori distanziert sich von der Gewalt gegen Migranten, aber von Rassismus könne hier keine Rede sein.

Hinter vorgehaltener Hand erzählt Gori bestimmt auch, daß er sich von der Migrantengewalt distanziert, obwohl es kaum „Fachstellen“ geben dürfte, welche solche Gewalt erfassen.

Die Pistolenschüsse seien doch völlig harmlos gewesen. Die Präsenz von Migranten in Pistoia empfindet der Lega-Mann aber sehr wohl als Problem. Dass in Italien der Rassismus zugenommen hat, bestreitet er. Das sei eine Erfindung der Linken.

Das kann man nicht so genau wissen. Was man allerdings ganz genau wissen kann, das ist, daß der Antirassismus eine Erfindung der Linken ist. Immer, wenn ihnen die Realität nicht gefällt, erfinden sie etwas dagegen. In einer Welt, in der es Rassen gibt, gibt es natürlicherweise auch Rassisten. In der Gärtnerei gibt es schließlich auch Gärtner. Das Problem ist, daß die Linken partout durchsetzen wollen, Gärtner seien ausgesprochene Fieslinge. Vermutlich, weil sie zwischen Orchideen und Unkraut unterscheiden, obwohl doch alle Pflanzen gleich sind.

Das sieht Don Massimo anders. Auch er ist in den Fokus von gewaltbereiten Bürgern geraten. In anonymen Schreiben wird ihm mit Paketbomben, mit dem Abfackeln seiner Pfarrei gedroht. Die Lega mit Innenminister Matteo Salvini sei für den zunehmenden Rassismus in Italien verantwortlich.

Das ist das Grundübel mit den Linken. Zu problemlosen Zeiten schimpfen sie auf den Klerus, auf den Papst, auf den „christlichen Aberglauben“ und auf Reichtum und Prunksucht der katholischen Kirche – Giovannino Guaresci hat das genial in „Don Camillo und Peppone“ verewigt – , aber wenn der Kleriker einmal voll auf der roten Linie liegt, dann machen sie ihn gleich zu ihrem Kronzeugen, weil ja der Kleriker über jeden Zweifel erhaben ist. Früher, als noch richtiges Deutsch gesprochen werden durfte, hätte niemand daran Anstoß genommen, wenn man sie dafür als „miserables Gesindel“ bezeichnet hätte.

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