StartZARONEWS PresseAgenturKinder von Fünfjährigen misshandelt – Kita wirft Opfer raus

Kinder von Fünfjährigen misshandelt – Kita wirft Opfer raus

Köln – In einer Kölner Kita sollen zwölf Kinder über Monate hinweg von zwei Fünfjährigen sexuell misshandelt worden sein. Jetzt wurden die Opfer auch noch aus dem Kindergarten geschmissen – ihren Eltern erteilte der Träger Hausverbot.

Die Eltern eines Mädchens der im Westen von Köln gelegenen katholischen Kindertagesstätte „Montessori Kinderhaus St. Johannes“ stellten mit Entsetzen im November des vergangenen Jahres Verletzungen an ihrer Tochter fest. Wie die Eltern laut der Kölner Rundschau mitteilten, seien diese dem Kind durch zwei Jungen der Einrichtung durch Stöcke, die sie ihrer Tochter in Vagina und Anus gesteckt haben, zugefügt worden (jouwatch berichtete). Die mutmaßlichen Täter: ein fünfjähriges Mädchen und ein ebenso alter Junge.

Jetzt müssen die Opfer auch noch den Kindergarten verlassen. Wie der Focusberichtet, haben die Eltern der misshandelten Kinder Hausverbot. Der Träger der Kita soll in einem Brief geschrieben haben , dass das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Team zerrüttet sei – die Kinder müssten deshalb den Kindergarten bis zum 31. März verlassen. Die Eltern der betroffenen Kinder dürften zudem die Einrichtung nicht mehr betreten und müssten ihre Kinder an der Tür verabschieden und sie dann den Erziehern der Einrichtung übergeben. „Anhand der Vorkommnisse sind wir der Ansicht, dass ein harmonisches Miteinander und die unerlässliche vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Ihnen zum Wohle Ihres Kindes ausgeschlossen sind“, soll es laut der Bild-Zeitung in dem Schreiben heißen.

Das „Montessori Kinderhaus St. Johannes“  habe als Reaktion auf die Vorfälle eine „Fachaufsicht“ eingesetzt. Sie sollte zwischen den Eltern und der Kita-Leitung vermitteln. Darauf, so das Erzbistum, seien „ umfangreiche pädagogische Maßnahmen eingeleitet“ worden, „um eine Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern.“ Außerdem sei die Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und einer Frühförderstelle ausgebaut und die Kooperation mit Beratern forciert worden.

Die Kita-Mitarbeiter hätten während der ganzen Zeit unter enormem Druck durch die Eltern gestanden, berichtet die Zeitung weiter. In einer Protestaktion machten die Angestellten auf ihr Leiden aufmerksam. Unter dem Motto „Halt Stop! Uns reicht’s!“, kleideten sich die Betreuerinnen schwarz und stellten Grablichter in die Fenster. Symbolisch sollte die Beerdigung der Einrichtung dargestellt werden.

Ein Vater wehrt sich gegen die Anschuldigungen und stellt dar: „Das ist schlicht und einfach falsch. Richtig ist, dass einige von uns häufiger in Tränen aufgelöst vor dem Büro der Kita-Leitung saßen – in der Hochphase der Übergriffe im September waren das täglich mehrere Familien, da es teilweise mehrere Vorfälle pro Tag gab.“ Die betroffenen Eltern wurden beschimpft und als Lügner bezeichnet. Der meistgehörte Satz einiger anderer Eltern war: „Ihr dürft doch euren Kindern nicht alles glauben“.  (SB)

@jouwatch

Quelle!:

Empfohlene Artikel
- Advertisment - Beschreibung des Bildes