Die frühere EKD-Ratsvorsitzende, Margot Käßmann, kann sich die tollsten Sachen vorstellen. Zum Beispiel kann sie sich vorstellen, daß Jesus Christus bei Demonstrationen von Kindern für den Klimaschutz mitgegangen wäre. So schrieb sie das in ihrer Kolumne bei „Bild am Sonntag“, wie idea meldet. Wäre jetzt Margot Käßmann die einzige, die solchen Schwachfug glaubt, könnte man achselzuckend annehmen, sie sei eben ein Fall für die Klapse. Sie ist aber kein Einzelfall. Frau Käßmann ist studierte Theologin, Anton Hofreiter (A.H.) ist studierter Biologe, Friedrich Merz ist ein anerkannt kluger Kopf und jeden Hangs zur Spökenkiekerei völlig unverdächtig. Doch auch er machte seine Kritik an Kanzlerin Merkel u.a. daran fest, daß sie es nicht geschafft habe, die selbstgesteckten „Klimaziele“ zu erreichen.
Nein, weder Frau Käßmann, noch Herr Hofreiter oder Herr Merz sind Fälle für die Klapsmühle. Diejenigen, die sich den Hype um einen angeblich anthropogenen Klimawandel ins Hirn drücken lassen, sind einer. Henryk M. Broder hat das kürzlich erst zutreffend festgestellt: Man baue ein Dach über Deutschland, und die Freiluftklapse ist fertig. Das ist ein etwas flapsiges Bild unseres Landes, und es ist auch nichts verkehrt daran, humorvolle Bilder entstehen zu lassen. Aber die intellektuelle Verelendung des Volks ist potentiell tödlich.
Pogrome und Hexenverbrennungen
Was wir zur Zeit erleben, ist die Widerlegung des Irrglaubens, daß wir jene Zeitalter, in denen Hexenverbrennungen, kollektive Hetzjagden und Pogrome möglich gewesen sind, hinter uns gelassen hätten. Ein Volk, das sich einen anthropogenen Klimawandel ins Hirn drücken läßt, der dann alle möglichen Maßnahmen erfordert, das läßt sich auch alles mögliche Andere ins Hirn drücken samt der Forderung nach bestimmten Maßnahmen. Studierte Leute wie Käßmann, Hofreiter oder Merz und so viele andere, die es besser wissen müssten und dennoch den unglaublichen Schnack vom anthropogenen Klimawandel propagieren und perpetuieren, sind ausdrücklich kein Fall für die Klapse, sondern einer für die Justiz. Das heißt, sie wären einer. Denn in der Justiz gibt es ebenfalls genügend Leute, die nicht aus dem Establishment herausfallen wollen, in welchem man heutzutage den Schnack vom anthropogenen Klimawandel miterzählen muß, um nicht zum Ausgestoßenen zu werden.
Nein, was unsereiner für überwunden glaubte, ist immer noch da. Auch im Deutschland des Jahres 2019 gibt es den „Klimaleugner“, der letztlich nichts anderes ist, als die Rothaarige im Mittelalter, die wegen ihrer Haarfarbe für eine Hexe gehalten worden ist und deshalb auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Allein das Wort „Leugner“ als Bezeichnung für den Skeptiker belegt schon, womit wir es zu tun haben: Mit einem quasireligiösen Wahn, einem Klimaglauben, dem mit Fakten nicht mehr beizukommen ist. Vergessen wir die Vorstellung von einer entwickelten, zivilisierten Gesellschaft, die sich auf das verläßt, was bewiesen ist. Wir sind stattdessen immer noch ein Volk, in dem gilt, daß zu stimmen hat, was eine Mehrheit glaubt – und daß ein Feind ist, wer beim Kollektivglauben nicht mitmachen will. Wenn diese Regierung im Verbund mit den Medien die Parole ausgibt, daß die „Klimaleugner“ eine Bedrohung der Zukunft Aller darstellen, dann packt dieses Volk im übertragenen Sinn die Knüppel genauso aus, wie schon immer. Das ist das Deprimierendste. Es hat keine kollektive, intellektuelle Entwicklung gegeben.
Es sind Hetzer wie Christian „Schrotti“ Stöcker, Kolumnist beim SPIEGEL, die auf Twitter dazu aufrufen, mit „Klimaleugnern“ nicht mehr zu diskutieren, weil man nur „Reaktanz“, eine kleinkindliche Trotzhaltung also, hervorrufe damit. Oder der berüchtigte Rezo Blauhaar in seinem millionenfach aufgerufenen Video „Die Zerstörung der CDU“: An einer Stelle seines Videos mimt er den moralisch Erregten, der mit aller Entschlossenheit postuliert: „Es gibt nur eine legitime Meinung“. Rezo ist sozusagen der Prototyp des zeitgeistig Derangierten. Aber er hat eine Meinung, von der er sehr überzeugt ist. Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine. Legitime. Meinung. Das ist der Faschismus der Bildungsfernen in Reinstkultur.
Realität und Meinung
Es gibt inzwischen jede Menge Artikel von mir, in denen ich immer und immer wieder darauf zu sprechen gekommen bin, wie sich kollektive intellektuelle Wehrlosigkeit herstellen läßt. Deswegen will ich das jetzt nicht schon wieder in epischer Breite ausführen. Wer will, der kann es ausführlicher z.B. hiernachlesen. Wer Dr. Dr. David Bergers Seite „Philosophia Perennis“ kennt und sich schon immer gefragt hat, was wohl die „Philosophia Perennis“ sei, dem sei dringend empfohlen, es sich gewissenhaft selbst zu erarbeiten. Es geht um die Wahrheit (Realität).
Ein kleiner Anstupser: „In der modernen Philosophiegeschichtsschreibung wird der Terminus meist nur noch bei einigen Neuthomisten und christlichen Philosophen verwendet, ist sonst aber größtenteils in die Kritik geraten.“ – In der modernenPhilosophiegeschichtsschreibung also. Aha. Wird uns da „modern“ nicht bereits als ein Qualitätskriterium untergejubelt? Was ist der qualitative Gehalt von „modern“? Geht das in die Richtung „unfehlbar, weil jünger, neuer, besser“? War der Nationalsozialismus zu seiner Zeit vielleicht „modern“?
Da wird der kritische Geist hellhörig. Und „größtenteils in die Kritik geraten“ ist sie auch noch, die Philosophia Perennis. Sapperlott. Ob sie wohl jemandem nicht in seine Pläne gepaßt hat? „Umstritten“ ist die PP also. Das Dumme daran ist jetzt: Parallel zur modernen Philosophie ist aber auch der Mensch völlig verblödet worden, wie man unschwer an seinem Glauben an den „menschengemachten Klimawandel“ erkennen kann. Wie´s wohl kommt? Und wie´s wohl kommt, daß statt der Einsichten aus der Philosophia Perennis heute das erste Axiom der Sozialpsychologie zum Dogma geworden ist, welches da lautet, daß jeder Mensch sich seine eigene Realität konstruiert? Und worauf wohl die Idee fußt, daß er sich sogar sein Geschlecht selber sozial konstruiert (Gender Mainstreaming)? Woher wohl die „Meinung“ ein solches Gewicht erhalten hat, während die eine, objektive Realität als inexistent zu gelten hat? Und warum wohl Papst Benedikt für Papst Franziskus Platz gemacht hat? Ob wohl die Seelen von 1,5 Milliarden Katholiken weltweit eine erstrebenswerte Beute für diejenigen sind, die an den Konsequenzen aus der Einsicht in die Wahrheit der Philosophia Perennis überhaupt kein Interesse haben können? – Ob Papst Franziskus wohl ein Klerikalkommunist ist?
Die Philosophia Perennis hat mit direkter Religiosität nichts zu tun. Sie ist vielmehr ein messerscharfes Meisterwerk der Logik, das Lehrgebäude der scholastischen Vernunftreligion. Die wiederum wäre das exakte Gegenteil zur herrschenden Zivilreligion, wie sie sich in den lächerlich vielen Gerechtigkeiten, Freiheiten und Demokratien ausdrückt, in der Destruktion des Relativismus und dem infantilen Glauben an den „menschengemachten Klimawandel“. Die Philosphia Perennis wäre der Schutz vor der kollektiven Verblödung gewesen, der perfekte Schutz dagegen, sich in ein Mündel von Ideologen verwandeln lassen zu müssen. Deswegen ist sie „in der modernen Philosophiegeschichtsschreibung (…) größtenteils in die Kritik geraten„. Wer wohl die moderne Philosophiegeschichtsschreibung geschrieben hat, angesichts dessen, was modern ist – und mit welcher Intention?
So viel steht fest: An unmanipulierbaren, kritischen Geistern, denen ein objektiver Maßstab zur Beurteilung der Realität zur Verfügung steht, sind Ideologen und Indoktrinatoren hinsichtlich der Umsetzung ihrer eigenen Ziele nicht im geringsten interessiert. Das sollte einem zu denken geben. Der „menschengemachte Klimawandel“ folgt einem Interesse, nicht der Wahrheit. Die Behauptung seiner Existenz ist dick und fett gelogen. Heute gibt es Rezo und eine legitime Meinung. Meinung wiederum ist nichts anderes, als die Vermischung der einen objektiven Wahrheit mit der einen objektiven Lüge. Irgendein Zwischending ohne jede Relevanz, bisweilen näher an der Wahrheit, bisweilen näher an der Lüge, aber nie entweder das eine oder das andere. Eine Luftgitarre.
Der Subjektivist
Was wäre nun der Prototyp eines Subjektivisten? Da braucht man nicht lange zu überlegen: Ein Neugeborenes oder ein Kleinkind ist der Protoyp eines Subjektivisten. Für diese kleinen Menschen ist ihr Bauchnabel das Zentrum der Welt. Sie sind auch stark hilfsbedürftig. Etwas hilfsbedürftigeres als ein Neugeborenes kann man sich gar nicht vorstellen. Es fordert und fordert und fordert – und dennoch wird es unendlich geliebt. Von wem und warum? Auf jeden Fall von seiner Mutter, normalerweise. Die hat einen instinktiven, mütterlichen Zugang zu diesem kleinen Subjektivisten, der nach objektiven Kriterien eigentlich ein riesiger Stresser ist und viel Aufmerksamkeit braucht. Subjektivismus schlägt hier die Objektivität. Das Ganze nennt sich Biologie.
Nun ist es aber so, daß wir in Zeiten leben, in denen sich die Soziologie, die Psychologie und die Sozialpsychologie, sozusagen an der Biologie vorbei, auf den Wissenschaftsthron geputscht haben. Der Biologe, der sich heute zu Gesellschaftsfragen äußert, wird schneller vom Biologen zum „Biologisten“, als er „Papp!“ sagen kann. Danach kann er einpacken an der Universität, denn „Biologisten“ gelten als das Letzte. Die würden unter Umständen sogar behaupten, Frauen tickten sinnvollerweise anders als Männer, weil sie biologisch diejenigen sind, die die Subjektivisten zur Welt bringen. So ein „Biologist“ bekommt keinen Fuß mehr auf den Boden. Logischerweise sitzen mit den ganzen Soziodingsbumsen nämlich auch ihre zivilreligiösen Dogmen mit auf dem Thron, bspw. das erste Axiom der Sozialpsychologie.
Wer den Soziodingsbumsen aufmerksam zuhört, kann es in ihren Schädeln sogar klappern hören (daher wahrscheinlich der Begriff „Klapse“) . Das sind die Feminismen in ihren Schädeln. Die sehen aus wie vertrocknete Pfirsichkerne und klingen, wenn sie erst einmal im Schädel herumkullern, als sei der Schädel aus Blech. Tatsächlich ist der deutsche Gleichheitsfeminismus nichts weiter, als eine sozio-politische Fehlallokation in der Öffentlichkeit. Biologisch betrachtet sind alle Frauen potentielle Mütter. Ketzerisch ausgedrückt, ist es sogar so, daß es sie primär wegen der Zweigeschlechtlichkeit – , und die wiederum aus Fortpflanzungsgründen gibt, die ganz unzweifelhaft mit einer Vorliebe für den Begriff „Generationen“ zusammenhängen. Deutlicher: Ohne Geschlechtsverkehr und kleine Subjektivisten mit ihren verständnisvollen Müttern keine Generationen. Gott, ist das biologistisch. Meinereiner schämt sich schon.
Jedenfalls wäre es nicht verfehlt, Frauen einen natürlichen Hang zum Subjektivismus … eine außerordentlich begrüßenwerte Begabung hinsichtlich ihrer Verständnisfähigkeit für kleine Subjektivisten zu unterstellen. Feministinnen sind auch Frauen. Selbst, wenn sie keine Kinder haben. Ob man es glaubt oder nicht. Frau (und potentielle Subjektivistenmutter) Franziska „Ska“ Keller auf einem grünen Wahlplakat, die Hand zum Betrachter hin ausgestreckt: „Komm´, wir bauen das neue Europa„. Klingt nicht viel anders, als „Komm´, wir gehen nach draußen im Sandkasten spielen„, oder?
Naja, und weil Frauen in der Öffentlichkeit dann, wenn sie zu dritt beieinander stehen und quasseln, in Wahrheit bereits die Bildung einer subjektivistisch-terroristischen Vereinigung gegen die objektive Ordnung der Dinge darstellen, eine Verschwörung gegen die Ideale des Abendlandes, sozusagen, werden sie massiv in der Öffentlichkeit platziert. So auch Frau Käßmann. Dort läßt sie dann Jesus vollsubjektivistisch mit der Klimagretel hüpfen. Es geht ja schließlich darum, eine neue Gesellschaft zu schaffen, weil die alte voll nazi ist – und der Nazi immer ein Mann gewesen ist. Ein alter, weißer sogar. Das stimmt zwar nicht ganz, aber für die „öffentliche Wahrheit“ reicht´s allemal. Frau Käßmann ist bestimmt eine liebenswerte Person, privat so. Vielleicht auch nicht. Eine Kolumne in der „Bild am Sonntag“ ist jedenfalls nicht so besonders privat.
Ist das alles schwierig zu begreifen?
Ja. Das ist wirklich schwierig zu begreifen. Im Grunde ist es angesichts dessen, wofür man sich selbst zu halten gelernt hat, eine einzige Unglaublichkeit. Ein Angriff auf die Gleichheit, eine Beleidigung des Dedmokraten, eine riesige Unverschämtheit. Der Einsicht steht eben das Ego im Wege. Recht eigentlich: Der Subjektivismus steht ihr im Wege. „Ich will haben, ich meine, ich fühle, für mich sieht es so aus, es ist alles eine Frage der Perspektive, alles ist relativ, mein Edeka, mein gmx, meine Bank, sage ich jetzt mal, irgendwie.“
Das ist die Sprache der Insassen einer kollektiven Klapsmühle. Und Deutschland ist eine besonders infantile. Das Volk ist nichts als ein Mündel, dem man seine je individuellen, subjektiven „Meinungen“ läßt, damit es sich ernstgenommen fühlt. Bringen Sie sich ein! Machen Sie mit! Sie haben ein Recht auf Teilhabe! – Einen Scheißdreck hat der Deutsche. Er hat ein Recht darauf, den ganzen Mist zu glauben. Beherrscht wird er von denen, die um die Gültigkeit der Philosophia Perennis ganz genau wissen, und ihre Gültigkeit eben deswegen auch mit Vehemenz bestreiten. Wer etwas weiß, das alle anderen nicht wissen, der hatte schon immer einen uneinholbaren Vorsprung, so lange er verhindern konnte, daß die anderen aufholen. Das ist die ganze Geschichte von der Klapsmühle Deutschland. Es ist ein Ratrace auf flachem Terrain, in dem nur die Verfolger über die Hürden von Relativismus, Subjektivismus und Realitätsverleugnung springen müssen, und eben deswegen nie aufholen werden. Das Volk wird für blöd verkauft, indem man ihm weismacht, es habe den Durchblick.
Demokratie! Deine Meinung zählt! Wissen mußt du nichts! Meinen kannst du alles! Stimm´ ab! Bring´ Dich ein! Klick´ auf „Gefällt mir“, damit die Leute wissen, was dir gefällt. Total wichtige Info! Es geht um dich und was dir gefällt – Volksverarschung, sonst nichts. Der deutsche Michel ist der Prototyp desjenigen, mit dem man diese Nummer abziehen kann. Und weil er lieber frißt, was man ihm vorsetzt, anstatt daß er nachschaut, wo der Feind steht, hält sich mein Mitleid auch in Grenzen. Soll doch die Frau Käßmann den deutschen Jesus mit der schwedischen Klimagretel zusammen hüpfen lassen. Hopfen und Malz, Gott erhalt´s … äh … sind da schon lange verloren.
@jouwatch



