StartPolitikEuropaKriminalität in Corona-Pandemie: Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit rückläufig

Kriminalität in Corona-Pandemie: Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit rückläufig

In der Corona-Krise, wo sich die Menschen mehr als sonst in ihren Wohnungen aufhalten, gibts es in Deutschland vorläufigen Zahlen zufolge weniger Wohnungseinbrüche. Dabei handelt es um einen nahezu bundesweiten Trend, zeigt eine Länder-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

So ging etwa in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungseinbrüche im März und April im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich zurück. Auch in Bayern sank die Zahl der Einbrüche – so wie die Kriminalität insgesamt.

Während vom 1. März bis 26. April 2019 genau 3856 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW registriert wurden, waren es laut Landesinnenministerium im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2336. Das entspricht einem Rückgang von fast 40 Prozent.

Nur vorläufige Angaben

Die Zahlen der Länder sind jedoch vorläufige Zahlen, die sich noch ändern können. Konkrete Fallzahlen gibt es erst, wenn die Fälle von der Polizei an die Staatsanwaltschaften abgegeben werden und in die bundesweit einheitlich geführte Kriminalstatistik eingehen, hieß es aus Bayern.

Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums ist in Sachsen seit Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen Mitte März die Zahl der Straftaten zurückgegangen, dabei vor allem die der Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle. Ein Grund dafür sei, dass sich die Menschen mehr als sonst in ihren Wohnungen oder dem unmittelbaren Wohnumfeld aufhalten. Hinzu kommt: „Es ist derzeit schwer, Diebesgut zu verbringen – im und außer Landes“, hieß es.

Auch in Schleswig-Holstein ist die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und in Gewerbebetriebe seit Beginn der Corona-Pandemie rückläufig, hieß es vom Landeskriminalamt in Kiel. In Mecklenburg-Vorpommern stiegen Kriminelle ebenfalls weniger in Wohnungen ein, teilte das Landeskriminalamt in Rampe mit.

Weniger Diebstähle aus Büroräumen in Thüringen

In Thüringen ist die Tendenz bei den Wohnungseinbrüchen im April im Vergleich zum April des Vorjahres stark fallend. Das bedeute einen Rückgang der Fälle von mehr als 25 Prozent, teilte das Landeskriminalamt in Erfurt mit. Auch die Zahl der Diebstähle etwa aus Büroräumen sei zurückgegangen. 

„Ob die getätigten Trendaussagen ausschließlich auf die Corona-Krise zurückzuführen sind, kann weder bestätigt noch widerlegt werden“, hieß es jedoch.

Dem niedersächsischen Landeskriminalamt zufolge wurden im März 20 Prozent weniger Wohnungseinbrüche begangen als im Februar. Auch im Vergleich zum März 2019 sind die Wohnungseinbrüche im März dieses Jahres um etwa 20 Prozent zurückgegangen, teilte das LKA in Hannover mit. In Rheinland-Pfalz ging die Zahl der Einbrüche schon in den ersten Monaten des Jahres zurück, hieß es von der Polizei. Dieser Trend sei auch im Zeitraum von Anfang März bis Ende April festzustellen und belaufe sich auf etwa 35 Prozent.

Rückgang von Einbrüchen auch in Stadtstaaten 

Auch in den Stadtstaaten hatten Menschen in den vergangenen Wochen seltener ungebetenen Besuch zu Hause. „Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte ist deutlich rückläufig“, heißt es von der Polizei in Bremen. Die Berliner Beamten hatten Ende April von einem starken Rückgang bei Einbrüchen berichtet. In Hamburg gingen Wohnungseinbrüche „massiv“ zurück, sagte ein Sprecher der Polizei. „Wir verzeichnen etwa 40 Prozent weniger Fälle im Vergleich zu Vor-Corona.“

In der Hansestadt seien Kriminelle jedoch vermehrt in andere Objekte wie Geschäfte oder Büros eingestiegen. Dem Polizeisprecher zufolge liegt die Zahl der Einbrüche hier in der Pandemie rund zehn Prozent über den Werten von zuvor.

Mancherorts insgesamt weniger Kriminalität

Neben der Zahl der Wohnungseinbrüche ist in einigen Ländern nach Angaben der Landeskriminalämter auch die Gesamtzahl der Straftaten rückläufig. Der Rückgang der Kriminalität betrifft fast alle Phänomenbereiche, heißt es aus Sachsen. Nach Angaben des Landeskriminalamts in Stuttgart ist die Gesamtzahl der erfassten Straftaten in Baden-Württemberg rückläufig: 

„Insbesondere Delikte, die im öffentlichen Raum begangen werden, nehmen aufgrund der Beschränkungen merklich ab.“

In Bayern etwa seien der Polizei weniger Ladendiebstähle und Körperverletzungen gemeldet worden, auch die Zahl der Anzeigen wegen Betrugs und Sexualtaten ging zurück. Das dortige Innenministerium meldete keine konkreten Fallzahlen, sondern eine Auswertung der internen „Vorgangsverwaltung“ der Polizei. Verglichen wurde die Zahl der Strafanzeigen seit Jahresbeginn mit den Vorjahreswerten.

pd/sb/dpa

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