StartZARONEWS PresseAgenturNeue „Fälschungen“ zum Thema „Kriminalstatistik“

Neue „Fälschungen“ zum Thema „Kriminalstatistik“

Vor kurzem stellte der allseits beliebte Boris Pistorius (SPD), seinerseits Innenminister von Niedersachsen, die offizielle Kriminalitätsstatistik 2018 für jenes Bundesland vor und frohlockte, dass die Kriminalität rückläufig sei. Nun zog sein Parteigenosse Karl-Heinz Schröter, Innenminister von Brandenburg, nach und verkündete via zwangsfinanziertem RBBselbstverständlich auch sinkende Fallzahlen.

(…) Die Kriminalität in Brandenburg ist auf ein Rekordtief seit der deutschen Einheit gesunken. Die Zahl registrierter Fälle ging im vergangenen Jahr auf knapp 173.000 zurück, das sind 1,2 Prozent weniger als 2017, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag. (…)

Bereits bei dieser Einleitung kräuseln sich einem die Zehennägel. TatsächlicheKriminalität mit registrierten Fällen gleichzusetzen ist zwar in der „SPD-ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt“ logisch, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Zum Thema „Kriminalität“ ein kleiner Auszug aus einem Abschlussbericht der Fachhochschule Güstrow (2017), Stichwort Dunkelfeld.

(…) Grundlage ist regelmäßig die Polizeiliche Kriminalstatistik. Die Aussagekraft der PKS wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass nur die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten und Tatverdächtigen (Hellfeld) erfasst werden. Ein großer Teil der begangenen Straftaten wird der Polizei nicht bekannt (Dunkelfeld).  Kriminalität ist die Gesamtheit aller begangen Straftaten (alle mit Sanktionen bedrohten Verstöße gegen das Strafrecht (sog. strafrechtlicher oder formeller Kriminalitätsbegriff). (…)

Damit wäre das geklärt. Wie in Niedersachsen ist „das Rekordtief“ vorwiegend auf den Rückgang bei Eigentumsdelikten (Diebstähle oder Wohnungseinbrüche) zurückzuführen. Das dürfte aber überwiegend an den Bürgern selbst liegen. Niemand möchte so etwas zweimal erleben bzw. der Lerneffekt im Bekanntenkreis sowie der Nachbarschaft steigt. Auch die Gewaltkriminalität (darunter Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Raub, räuberische Erpressung, gefährliche und schwere Körperverletzung) „sank“ von 5.141 registrierten auf 4.909 Straftaten und zeige eine „klar positive Entwicklung (!!!)“.Trotzdem räumte der Innenminister ein, dass 4.900 Gewaltstraftaten zwar ein Rückgang gegenüber dem Jahr 2017 sind, aber immer noch mehr als in den Jahren davor seit 2011.“

Warum er gerade das Jahr 2011 erwähnt, bleibt ein Rätsel. Ein Blick in die Statistik genügt, um zu erkennen, dass zwischen 2011 und 2015 die Fallzahlen ständig fielen (auf 4.125). Danach gab es eine regelrechte „Explosion“ um ca. 1.000 registrierte Fälle bis zu eben jenem Jahr 2017. Womit könnte dies wohl zusammenhängen?

Um wie viel „sicherer“ Brandenburg geworden ist, lässt sich in den Bereichen Körperverletzung (Anstieg um 4,5 Prozent auf 15.800 Fälle) und der Rauschgiftkriminalität (Anstieg um 13,2 Prozent auf 8.645 Fälle) erkennen. Auch die Zahl der Straftaten, an den Zuwanderer beteiligt waren, ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 7.050 Straftaten erfasst, das waren 1,8 Prozent mehr als noch 2017. Den größten Anteil hatten Körperverletzung (1.706 Fälle) und Diebstahlskriminalität (1.442 Fälle). (..) Nicht erfasst sind dabei Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylrecht.

Welches „Kriminalitäts-Rekordtief“ wohl nächstes Jahr verkündet wird?

@jouwatch

Quelle!:

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