Wiesbaden – Wollt ihr das totale Grün? Die Chancen, dass bei der kommenden Oberbürgermeisterwahl Wiesbaden eine grüne Oberbürgermeisterin bekommt und damit nach Darmstadt Hessens zweite totalgrüne Stadt wird, stehen nicht schlecht. Wie die hessenschauberichtet, hat der SPD- Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Sven Gerich heute das Handtuch geworfen und seiner Fraktion den Verzicht bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai erklärt. Damit endet die Amtszeit des OB im Mai 2019.
Gerich zog damit die Konsequenz aus den seit Wochen hochkochenden Skandal um seine Spanienreise, die er 2014 mit dem CDU-Politiker Ralph Schüler unternommen hatte. Dieser hatte nicht nur durch eine Selbstanzeige Gerich in Bedrängnis gebracht, sondern in einem offenen Brief den Rücktritt des Stadtoberhauptes gefordert. In diesem Brief beschuldigte der geschasste ehemalige Freund laut HR den schillernden Vorzeige-Gay, „die Landeshauptstadt ‚für private Zwecke missbraucht‘ zu haben. Dabei geht es unter anderem um Privatreisen auf Stadtkosten, öffentliche Lügen und Vetternwirtschaft.“ Wie bereits berichtet, ermittelt die Wiesbadener Staatsanwalt gegen Gerich wegen des Verdachts der Vorteilsnahme.
Für die SPD kommt Gerichs Rückzug im Vorfeld des OB-Wahlkampfes zum ungünstigen Zeitpunkt. Ein Wahlsieg des CDU-Herausforderers Eberhard Seidensticker ist ungewiss. In seiner Partei rumort es. Außerdem benötigt ein CDU-Kandidat die Stimmen der AfD.
Lachende Dritte könnte daher nach Meinung der BILD die Grünen-Fraktionschefin Christiane Hinninger (57) sein. Sie ist seit Dienstag OB-Kandidatin ihrer Partei. Ihre Kampfansage an die rot-schwarzen Schmuddelkinder: „Die politische Kultur in Wiesbaden braucht einen Neuanfang.“
Saubere AfD als Bürgerlicher Mehrheitsbeschaffer?
Bei der Hessenwahl holten die Grünen jeweils 20 und 25 Prozent in beiden Wahlbezirken und wurden hinter der CDU zweitstärkste Kraft, weit vor der SPD, die in ihrer einstigen Hochburg nur noch auf 16,8 und 18 Prozent kam. Sollten bei der OB-Wahl alle FDP, AfD und Freien Wähler einem CDU-Kandidaten die Stimme geben, so könnte der grüne Kelch an Wiesbaden vorübergehen. Als Bürgerlicher Saubermann, der hart durchgreift, präsentiert sich bereits Hessens AfD-Sprecher Robert Lambrou mit dem Rauswurf des als rechtsaußen geltenden Heusenstammer Carsten Härle. Laut HR ist Härle für die Landespartei nicht mehr tragbar. (KL)
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