Im Fall des Vorhandenseins eines Impfstoffes gegen das Coronavirus müsste es laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht zwingend eine Impfpflicht geben – stattdessen setzt Spahn auf die Bereitschaft der Bürger.
Sein Eindruck sei, dass sich die allermeisten Bürger eine solche Impfung wünschen würden, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin.
„Überall da, wo wir durch Bereitschaft und gutes Argumententieren zum Ziel kommen, braucht es aus meiner Sicht keine Pflicht“, so Spahn.
Noch sei aber unklar, ob, wann und in welchen Mengen es einen Corona-Impfstoff geben werde. Spahn betonte, Impfungen auch gegen viele andere Krankheiten seien eine der größten Errungenschaften der Menschheit.
Er hoffe, dass nun auch Impfdebatten aus der Zeit vor der Corona-Krise „vielleicht in einem neuen Licht“ gesehen würden.
Vor Kurzem war eine Impfpflicht gegen Masern für Kitas und Schulen eingeführt worden, woran Kritik geübt worden war.
Mindestens 80 Impfstoffprojekte
Seit Ausbruch der Covid-19-Epidemie sind nach Angaben des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller mindestens 80 Impfstoffprojekte angelaufen, vier Wirkstoffe werden demnach bereits in klinischen Studien in China und in den USA getestet.
In Deutschland werden nach Angaben von PEI-Präsident Klaus Cichutek in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt vier klinische Studien mit einem Impfstoffkandidaten starten. Dass bereits in diesem Jahr ein erster zugelassener Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung bereit steht, hält Cichutek für unwahrscheinlich.
mka/gs/dpa




