Die Angst, dass die Bundesrepublik sich an einer militärischen Auseinandersetzung beteiligen könnte, hat unter den Deutschen deutlich zugenommen, heißt es in dem „Sicherheitsreport 2020“ vom Mittwoch.
Demnach sind 66 Prozent der Bürger der Meinung, die größte Sicherheitsgefahr für die Welt werde in den kommenden Jahren vom Iran ausgehen. Auf dem zweiten Platz stehen die USA (61 Prozent), gefolgt von Nordkorea und der Türkei. Den Platz fünf belege Russland. Mehrfachnennungen waren möglich. Somit sei die Kriegsangst seit Beginn der Befragung für den jährlich erscheinenden Bericht im Jahr 2011 nie höher gewesen.
Gleichzeitig nennen immerhin noch 39 Prozent der Deutschen Washington als wichtigsten militärischen Bündnispartner. Allerdings seien bei dieser Frage deutliche Ost-West-Unterschiede erkennbar. Während 41 Prozent der Westdeutschen die USA für den wichtigsten Bündnispartner halten, sind es im Osten lediglich 30 Prozent. Den gleichen Unterschied gebe es auch in Bezug auf Frankreich: Für 34 Prozent der West- und 37 Prozent der Ostdeutschen sei Paris der militärische Bündnispartner Nummer Eins.
Gewichtiger als die Angst vor Krieg oder Terror seien allerdings Sorgen, die Umweltfragen und die eigene Gesundheit betreffen. So befürchte man, im Alter dement und auf Pflege angewiesen zu sein oder unter den Umweltauswirkungen leiden zu müssen. Auch Altersarmut und Terroranschläge werden als Risiken bezeichnet.
Eskalation in Nahost
Die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA sind zuletzt massiv eskaliert.
Am 3. Januar wurde der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, sowie der Gründer der „Kataib Hisbollah“, Abu Mahdi al-Muhandis, bei einem US-Luftangriff im Raum des internationalen Flughafens Bagdad ermordet. Als Reaktion feuerte Teheran am 8. Januar Boden-Boden-Raketen gegen irakische Militärbasen ab. Das US-Militär teilte später mit, dass an keinem der Stützpunkte Luftverteidigungen eingesetzt worden seien.
Im Januar 2020 haben die USA ihre Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms erweitert. Betroffen seien der iranische Atomchef Ali Akbar Salehi und die Atombehörde selbst. Demnach werden ihre Aktiva auf dem Territorium der USA gesperrt.
aa/mt/dpa



