Paris – Es regnen die Scheine auf die warm sanierte Kathedrale an der Seine. Fast eine Milliarde sind laut Süddeutscher Zeitung in Macrons Melone gelandet. Auch die deutsche Staatskirche will ihren Schekel spenden. Doch nicht alle freuen sich über die Wiederherstellung eines christlichen Kulturgutes. Kleingeistige Kulturbanausen aus der halbgebildeten linksgrünen Nürnberger Provinz wollen mit dem Geld lieber anderes finanzieren. Wer den moralinsauren Gutmensch-Michel kennt, wundert sich nicht über die Ansicht.
„Nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre-Dame, hat der Pariser Erzbischof Michel Aupetit den Menschen Mut zugesprochen. Gläubige feierten am Mittwochabend in der zweitgrößten Pariser Kirche Saint-Sulpice eine Messe vor Ostern“, berichtet die Süddeutsche und verschweigt geflissentlich, dass dieser Kirche vor genau einem Monat das gleiche Schicksal gedroht hätte, was den Verdacht einer Brandstiftungsserie erhärtet. Dafür frohlockt die Süddeutsche mit einer anderen Meldung. Bis Mittwoch seien 900 Millionen Euro an Spenden und anderen Mitteln zur Verfügung gestellt worden. Auch die deutschen evangelischen und katholischen Staatskirchen von Berlin und Brandenburg wollen mit der Sammelbüchse rumgehen. „Das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) riefen ihre Gemeinden dazu auf, die Osterkollekte ganz oder teilweise für den Wiederaufbau des Gotteshauses zu spenden.“, heißt es in einem Bericht des Focus.
Moralinsaure Misstöne kommen dagegen aus Bayern, genauer gesagt aus Franken, deren Bewohner bekanntlich großen Wert drauflegen, keine Bayern zu sein. Angesichts der großen Anteilnahme der katholischen französischen Community … „muss die Frage erlaubt sein, ob das Geld andernorts nicht sinnvoller angelegt wäre. Zudem wird die Regierung in Paris unangenehme Fragen beantworten müssen“, kommentiert NN-Redakteur Martin Damerow der Medienplattform Nordbayern, die Spendenbereitschaft der Franzosen. Seine weiteren Argumente und Ausführungen kann man sich schenken. Dafür haben die Kommentare der Leser absoluten Unterhaltungswert:
„Das intellektuelle Niveau dieser Zeitung sinkt von Jahr zu Jahr. Seit über 25 Jahre Abonnent, aber selten so was erschreckend Dümmliches gelesen. Mit Verlaub Herr Damerow es geht Sie einen Dreck an, für was Franzosen ihr Geld ausgeben. Dieser ewige deutsche Zeigefinger, ‚wir wissen was der Welt guttut‘, ist schlicht nur zum Kotzen.“ Ein anderer schreibt mit ähnlichem Duktus: „Da wird ein identitätsstiftendes Denkmal wiederaufgebaut und alle jubeln. In Deutschland würde man ein solches Zeichen von Nationalismus wahrscheinlich dankbar einebnen als Zeichen gegen rechts. So sind sie die Franzosen, verstehen Europa einfach nicht, stimmts?“
Lesermund tut Wahrheit kund. Da haben es die Autoren von jouwatch bedeutend besser, die finden in den meisten Fällen die Zustimmung ihrer Leserschaft und freuen sich darüber. Dies muss an dieser Stelle mal gesagt werden. (KL)
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